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Wirtschaft | Mo, 12.10.2009 09:06

Branchencluster ziehen ausländische Investoren an

Vor allem Branchencluster ziehen ausländische Investoren an. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Struktur, Determinanten und Auswirkungen ausländischer Direktinvestitionen in deutschen Bundesländern“ des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen, die das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hat. Sie wurde von der Landesstiftung Baden-Württemberg finanziert.


„Multinationale Unternehmen investieren besonders oft und besonders viel dort, wo bereits andere multinationale Unternehmen aus der gleichen Branche angesiedelt sind“, so Ernst Pfister zum Ergebnis der Studie. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn sie bereits andere Unternehmen aus dem gleichen Herkunftsland vorfinden. Ausländische Direktinvestitionen in Baden-Württemberg stärken zudem die internationale Ausrichtung des Landes. Unternehmen in ausländischem Besitz haben in der Regel eine höhere Exportintensität.

Im Rahmen der empirischen Studie konnte kein Beleg dafür gefunden werden, dass grenzüberschreitende Direktinvestitionen mit Arbeitsplatzverlusten einhergehen. „Ausländische Investoren sind in Baden-Württemberg willkommen, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung im Land“, so der Minister.

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank gab es im Jahr 2006 mittelbare und unmittelbare Kapitalbeteiligungen von ausländischen Investoren an baden-württembergischen Unternehmen in Höhe von rund 47 Milliarden Euro. Die 1.466 Firmen, an denen ausländische Investoren ganz oder teilweise beteiligt waren, erwirtschafteten einen Umsatz von 118 Milliarden Euro und beschäftigten 341.000 Personen. Baden-Württembergische Investoren wiederum hielten im gleichen Jahr im Ausland Unternehmensanteile von insgesamt rund 140 Milliarden Euro bei 4.665 Firmen.

„Regionale Cluster und landesweite Innovationsplattformen bilden nicht nur weitere Anreize für ausländische Investoren, sondern können auch dazu beitragen, Direktinvestitionen zu verfestigen“, so Ernst Pfister. „Deshalb sind wir aktuell dabei, Maßnahmen der Außenwirtschaftsförderung sowie des Standortmarketings und des Messewesens mit der Clusterpolitik enger zu verzahnen“.

Neue Unternehmen für eine Ansiedlung zu gewinnen, steht im Mittelpunkt der baden-württembergischen Standortmarketing- und Ansiedlungspolitik des Wirtschaftsministeriums. Die operative Umsetzung erfolgt durch Baden-Württemberg International. Die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes schloss allein in den vergangenen zwei Jahren 20 Projekte zur Unternehmensansiedlung erfolgreich ab. Damit war die Schaffung und Erhaltung von mehr als 750 Arbeitsplätzen verbunden. Die wichtigsten regionalen Schwerpunkte für die Standortvermarktung im Ausland liegen 2009 in Asien, Europa und Nordamerika. Das Angebot umfasst neben Messeauftritten gezielte Firmenansprachen, Standort-, Branchen- und Inhousepräsentationen.

Die Clusterpolitik des Wirtschaftsministeriums flankiert diese ansiedlungspolitischen Aktivitäten und trägt dazu bei, dass sich ausländische Investoren in den Wirtschaftsräumen des Landes in innovationsorientierten Clusternetzwerken und –initiativen einklinken können. Damit verschaffen sie sich zugleich Optionen, über den in den Netzwerken praktizierten Technologietransfer ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und potenzielle Kooperationspartner kennen zu lernen.

„Solche funktionierenden Cluster, in denen Unternehmen zusammen mit Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Verbänden innovations- und mehrwert-orientiert zusammenarbeiten, tragen ganz wesentlich mittel- und langfristig zur Standortentwicklung bei“, so der Minister. Deshalb hat das Wirtschaftsministerium mit dem „Regionalen Clusteratlas Baden-Württemberg“ mit 130 regionalen Clusterinitiativen in den zwölf Regionen des Landes die regionalen Innovationspotenziale – auch für ausländische Investoren – transparent dargestellt und zugleich Vernetzungs- und Kooperationsoptionen in den einzelnen Kompetenzfeldern aufgezeigt.

Weitere Zielfelder für Cluster liegen beispielsweise im Automotivbereich, in der anwendungsbezogenen Satellitennavigation, bei den Neuen Werkstoffen oder – gemeinsam mit dem Umweltministerium - im Bereich der Umwelttechnik. Am 2. November 2009 findet zum dritten Mal das baden-württembergische Cluster-Forum statt, das zum Ziel hat, ein Bewusstsein für eine interdisziplinäre Vernetzung und Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und weiteren unterstützenden Einrichtungen zu schaffen.

(Wirtschaftsministerium)