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Wirtschaft | Mo, 08.10.2012 11:00

Breite Investitionstätigkeit in fast allen Industriebranchen und Regionen in Baden-Württemberg

Die Investitionstätigkeit der Industriebetriebe in Baden-Württemberg fiel 2011 dank der günstigen konjunkturellen Situation sehr rege aus. Die konjunkturelle Entwicklung knüpfte nahtlos an das Boomjahr 2010. Auf dem bereits erreichten hohen Niveau konnte nochmals ein weiterer Anstieg der Auftragseingänge (+6 Prozent) und ein hohes Umsatzplus (+11,7 Prozent) verzeichnet werden. Die Südwestindustrie investierte 2011 nominal über 9,9 Milliarden Euro, und damit beinahe 1,3 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr (+14,8 Prozent). Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Die kräftige Ausweitung ist vor dem Hintergrund der schwachen Investitionstätigkeit in den beiden Vorjahren zu sehen, in deren Folge sich ein Nachholbedarf an Investitionen aufgestaut haben dürfte. Nach einer mehrjährigen Investitionsdynamik, die in 2008 mit Investitionen von 11,3 Mrd. Euro einen Höchststand erreichte, kürzten im Krisenjahr 2009 die heimischen Industriebetriebe die Investitionsausgaben massiv um 2,7 Mrd. Euro (24,1 Prozent). Im Aufschwungjahr 2010 fiel die Investitionstätigkeit zudem sehr zurückhaltend aus (+1,3 Prozent).

Über 88 Prozent der Investitionsausgaben erfolgten 2011 für Ausrüstungsgüter (8,8 Mrd. Euro) und fast 12 Prozent für Immobilien (1,2 Mrd. Euro). Die Ausgaben für Ausrüstungsgüter stiegen im Vorjahresvergleich um 934 Millionen Euro (+11,9 Prozent) und die für Immobilien um 346 Mill. Euro (+42,1 Prozent).

Der Investitionsanstieg in 2011 war breit angelegt. Nahezu alle Industriebranchen weiteten, wenngleich in unterschiedlichem Umfang, die Investitionen aus. Maßgeblich geprägt wird die Investitionstätigkeit durch die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Mit fast 3,5 Mrd. Euro wurde hier wie seit Jahren erneut das höchste Investitionsvolumen getätigt. Damit entfiel allein auf diese heimische Schlüsselbranche mehr als ein Drittel der Industrieinvestitionen im Land (35 Prozent). Der Investitionsanstieg fiel hier diesmal mit 206 Mill. Euro jedoch vergleichsweise zurückhaltend aus (+6,3 Prozent). Das zweithöchste Investitionsvolumen verzeichnete mit 1,7 Mrd. Euro der Maschinenbau. Nach zwei Jahren kräftiger Investitionskürzungen stiegen hier die Investitionen erstmals wieder, und zwar um 342 Mill. Euro (+24,4 Prozent). Die Hersteller von Metallerzeugnissen investierten 891 Mill. Euro (+33,8 Prozent) und die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen 639 Mill. Euro (+24,2 Prozent). Zusammen tätigten diese vier großen Industriebranchen über zwei Drittel der Investitionen der Südwestindustrie (67,9 Prozent).

Den regionalen Schwerpunkt der Investitionstätigkeit der Südwestindustrie bildet traditionell die Region Stuttgart. Hier investierten die Industriebetriebe wie bereits im Vorjahr erneut 3 Mrd. Euro. So entfiel etwa jeder dritte investierte Euro (30,4 Prozent) der Südwestindustrie allein auf diesen industriellen Kernraum des Landes. Im Unterschied zum Vorjahr war die kräftige Investitionsbelebung 2011 regional breit angelegt. Abgesehen von der Region Stuttgart verzeichneten ansonsten alle Regionen des Landes einen zum Teil kräftigen Anstieg der Investitionen.

(Redaktion)