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| Mo, 08.03.2010 09:44

Brücke, Bauhaus, Blauer Reiter: Staatsgalerie zeigt Schätze der Sammlung Max Fischer

Die Staatsgalerie zeigt seit 6. März bis 20. Juni 2010 erstmals Schätze aus der Privatsammlung des Stuttgarter Unternehmers Max Fischer mit vorwiegend expressionistischen Meisterwerken. Zu bewundern ist ein 180 Exponate umfassendes sensationelles Ensemble von originalen Handzeichnungen und teils überaus seltene Druckgraphiken von Ernst Ludwig Kirchner, die berühmten Holzschnitte und Lithographien von Edvard Munch sowie kapitale Ölgemälde von Emil Nolde und Oskar Schlemmer, Max Beckmann, E. L. Kirchner, Alexej von Jawlensky, Franz Marc, Lyonel Feininger, August Macke und Oskar Kokoschka.

Dr. Max Fischer in seinem Privathaus 1954 (Foto: Helga Meyer)

Dr. Max Fischer in seinem Privathaus 1954 (Foto: Helga Meyer)


Mit einer Vielzahl hochkarätiger Papierarbeiten der genannten und weiterer Künstler sowie einer feinen Zusammenstellung von Plastiken u.a. von E. L. Kirchner und Wilhelm Lehmbruck entfalten diese Werke ein faszinierendes Panorama der Klassischen Moderne. Das breite Spektrum der Kollektion ist dabei ebenso erstaunlich wie das außerordentliche Auge für Qualität, für das Besondere, das der engagierte Sammler bewies.

Die Privatsammlung des Stuttgarter Unternehmers Dr. Max Fischer (1886 – 1975) ist bislang nur Wenigen bekannt, obwohl sie Kunst der Klassischen Moderne von höchster Qualität vereint. Die großzügige Bereitschaft der Erben, die Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart als Dauerleihgabe zu überlassen, ermöglicht nun dem Museum, diese umfassende Kollektion erstmals zu würdigen und eine Auswahl von 180 Werken aus den insgesamt über 250 der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie bedeutend diese Sammlung ist, wird auch in der Gegenüberstellung einzelner Arbeiten aus dem Bestand der Staatsgalerie deutlich.

Dr. Max Fischer war eine Sammlerpersönlichkeit der facettenreichen Stuttgarter Kunstszene in der Nachkriegszeit. Beim Aufbau seiner Sammlung verließ sich Fischer auf eigene kunstwissenschaftliche Lektüre und eignete sich ein sicheres Qualitätsurteil an. Neben den zeitgeschichtlichen Umständen nach dem Zweiten Weltkrieg war dies ein entscheidendes Kriterium für den Aufbau seiner Sammlung mit Schwerpunkt Expressionismus. Es entstand eine hochkarätige Sammlung mit klarem Profil, die trotz ihres privaten Daseins zunehmend Leihanfragen aus aller Welt erhielt.

Zu den frühen Erwerbungen im modernen Bereich gehörten neben expressionistischen Graphiken von Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Otto Dix, Conrad Felixmüller und Max Pechstein auch Gemälde des Stuttgarter Künstlers Oskar Schlemmer. Weitere bedeutende Werke kaufte Fischer in den 1920er Jahren zumeist im Stuttgarter Kunsthaus Schaller. Dazu zählen das anrührende Gemälde Zwei Mädchen (um 1923) von Carl Hofer, ein Interieur von Oskar Kokoschka (um 1925), das Fischer für beachtliche 3.000 Reichsmark erstand, sowie das träumerische Aquarell Zwei weibliche Akte (1912) von Franz Marc.

Den Großteil seiner Sammlung erwarb Fischer im Stuttgarter Kunstkabinett, das – 1946 von Roman Norbert Ketterer gegründet – zum wichtigsten Auktionshaus für Kunst des 20. Jahrhunderts wurde. Hochkarätige expressionistische Arbeiten zu noch moderaten Preisen überzeugten den Sammler, sich zunehmend auf die Arbeiten der Brücke und des Blauen Reiter sowie der Einzelgänger Edvard Munch, Emil Nolde und Max Beckmann zu konzentrieren. Unter den Bauhauskünstlern galt sein Augenmerk Oskar Schlemmer und dem vom Kubismus inspirierten Lyonel Feininger. Skulpturen von Ernst Ludwig Kirchner und Wilhelm Lehmbruck, eine größere Sammlung von Arbeiten der befreundeten Stuttgarter Künstler Alfred Lörcher und Ida Kerkovius sowie von deren Lehrer Adolf Hölzel ergänzen den Sammlungskern Brücke - Blauer Reiter - Bauhaus.

Vorverkauf: Eintrittskarten zur Ausstellung können ab sofort an den Kassen der Alten und Neuen Staatsgalerie sowie im Internet (siehe Links) gekauft werden. bei

Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, dienstags und donnerstags 10 bis 20 Uhr, montags geschlossen, KunstNacht 01.05.2010 18–24 Uhr.

(Redaktion/ Staatsgalerie Stuttgart)