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Wirtschaft | Do, 14.02.2013 08:50

Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal 2012 gesunken

Zum Jahresende 2012 hat die deutsche Wirtschaft einen Dämpfer erhalten: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent zurück. In den ersten drei Quartalen des Jahres war die deutsche Wirtschaft jeweils gewachsen (um 0,5, 0,3 und 0,2 Prozent), jedoch mit deutlich nachlassender Dynamik. Für das gesamte Jahr 2012 ergibt sich daraus ein Anstieg von 0,7 Prozent. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.


Den Grund für das geschrumpfte Bruttoinlandsprodukt sieht der Konjunkturchef des DIW Berlin, Ferdinand Fichtner, in der deutlich rückläufigen Entwicklung in der Industrie. „Im Zuge der Eurokrise mussten sich viele Unternehmen an schrumpfende Absatzmärkte anpassen, und auch im Inland hat die Unsicherheit über die weitere Entwicklung zu einer merklichen Ausgabenzurückhaltung geführt“, kommentierte das schwache Ergebnis. Beides dürfte jedoch nach Einschätzung der Berliner Konjunkturforscher im weiteren Verlauf immer weniger belasten: „Vor allem das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank hat die Märkte beruhigt, die Unsicherheit hat seitdem spürbar nachgelassen.“

Im Vorquartalsvergleich kamen nach vorläufigen Berechnungen aus dem Inland gemischte Signale: Die privaten und staatlichen Konsumausgaben konnten leicht zulegen. Dagegen wurde in Bauten geringfügig und in Ausrüstungen deutlich weniger investiert als im dritten Quartal 2012. Ausschlaggebend für den Rückgang der Wirtschaftsleistung zum Jahresende 2012 war der vergleichsweise schwache deutsche Außenhandel. Im Schlussquartal 2012 gingen die Warenexporte wesentlich stärker zurück als die Warenimporte.

Allerdings zeichnet sich auch hier eine allmähliche Erholung ab. „Die Exporte haben sich zuletzt stabilisiert und die Auftragseingänge sind wieder gestiegen, sogar diejenigen aus dem krisengeschüttelten Euroraum“, sagte Fichtner. „Anhaltend positive Impulse aus dem Ausland, vor allem aus den Schwellenländern, dürften im späteren Verlauf die Unternehmen veranlassen, die günstigen Finanzierungsbedingungen zu nutzen und dann auch wieder kräftig in Ausrüstungen zu investieren.“

(Redaktion)