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Wirtschaft | Fr, 17.12.2010 08:23

Bruttoverdienste in Baden-Württemberg steigen

Vom derzeit anhaltenden Wirtschaftsaufschwung profitierten im 3. Quartal 2010 auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Baden-Württemberg mit steigenden Bruttoverdiensten. Nachdem im Krisenjahr 2009 viele Beschäftigte aufgrund von Kurzarbeit und geringeren Sonderzahlungen Verdiensteinbußen in Kauf nehmen mussten, setzte sich im 3. Quartal die positive Verdienstentwicklung der ersten Jahreshälfte fort.


Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst (ohne Sonderzahlungen) der vollzeittätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich in Baden-Württemberg mit 3 434 Euro rund 4,1 Prozent höher als noch im 3. Quartal des Vorjahres. Bezieht man die geleisteten Sonderzahlungen mit ein, fiel die Steigerung bei einem durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von 3.572 Euro mit 3,4 Prozent etwas schwächer aus.

Diese für die jüngere Zeit vergleichsweise hohen Steigerungsraten müssen dabei allerdings im Kontext des Bezugszeitraums (Vorjahresvergleich) gesehen werden. Der wirtschaftliche Einbruch im Jahr 2009 führte besonders in den Schlüsselindustrien des Landes zu einer sprunghaften Ausweitung der Kurzarbeit und damit auch zu sinkenden Bruttoverdiensten, die nur teilweise durch Kurzarbeitergeld kompensiert werden konnten. Mit durchschnittlich 37,9 Stunden wurde insgesamt im Produzierenden Gewerbe im 3. Quartal 2010 nun wieder deutlich länger gearbeitet als noch zur Jahresmitte 2009, als die Kurzarbeit ihren negativen Höhepunkt erreichte. Das Arbeitszeitniveau vor Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise aus dem Jahr 2008 konnte allerdings noch nicht wieder ganz erreicht werden (siehe Schaubild).

Über alle Wirtschaftszweige hinweg fallen die Verdienstzuwächse im mehrjährigen Vergleich, gemessen am Bruttomonatsverdienst ohne Sonderzahlungen, mit einem Anstieg von 6,2 Prozent innerhalb der letzten 3 Jahre (3. Quartal 2007 - 3. Quartal 2010) tatsächlich auch eher moderat aus. Im gleichen Zeitraum legten die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg um 4,1 Prozent zu.

Das höchste Verdienstniveau wurde im 3. Quartal 2010 bei den Beschäftigten in den Wirtschaftszweigen „Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung“ mit 4.984 Euro, Energieversorgung (4.476 Euro), Information und Kommunikation (4.349 Euro) sowie im Fahrzeugbau mit 4.312 Euro ermittelt. Dagegen wurden im Gastgewerbe mit 2.069 Euro, im Bereich persönliche Dienstleistungen mit 1.925 Euro sowie in der Zeitarbeitsbranche mit 1.672 Euro die geringsten Löhne und Gehälter gezahlt. Diese Angaben sind jeweils ohne Sonderzahlungen.

(Redaktion)