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Vermischtes | Mo, 23.09.2013 08:10

Bundestagswahl 2013: So hat Baden-Württemberg gewählt

In Baden-Württemberg gelang es der CDU wie bei allen bisherigen Bundestagswahlen, als stärkste Partei im Land aus der Wahl hervorzugehen. Mit einem sehr deutlichen Zuwachs von 11,3 Prozentpunkten kamen die Christdemokraten auf 45,7 Prozent der gültigen Zweitstimmen, den höchsten Wert seit 1990. Gemessen an ihrem Zweitstimmenanteil lagen sie damit rund 25 Prozentpunkte vor der SPD. Das teilt das Statistische Landesamt mit.

Die Zweitstimmenanteile bei der Bundestagswahl fallen in Baden-Württemberg teilweise deutlich anders auch als für das gesamte Bundesgebiet. (Grafik: Stat. Landesamt).

Die Zweitstimmenanteile bei der Bundestagswahl fallen in Baden-Württemberg teilweise deutlich anders auch als für das gesamte Bundesgebiet. (Grafik: Stat. Landesamt).


Die Sozialdemokraten konnten bei der Bundestagswahl 2013 leicht zulegen. Sie gelangten dank einer Zunahme um 1,3 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent der gültigen Zweitstimmen wieder knapp über die 20-Prozent-Marke. Dennoch ist dies das bisher zweitniedrigste Wahlergebnis der SPD bei Bundestagswahlen in Baden-Württemberg.

Die FDP musste in ihrem „Stammland“ gegenüber 2009 zweistellige Verluste hinnehmen (−12,6 Prozentpunkte) und erreichte 2013 nur noch einen Zweitstimmenanteil von 6,2 Prozent. Dies ist für die FDP der bisher niedrigste Wert bei Bundestagswahlen im Land. Damit fiel sie in der Wählergunst der baden-württembergischen Bürgerinnen und Bürger vom dritten auf den vierten Rang zurück.

Die GRÜNEN hatten bei der gestrigen Bundestagswahl leichte Verluste hinzunehmen (−2,9 Prozentpunkte). Sie konnten aber dennoch ihre Position als dritte Kraft im Land, die seit 2005 die FDP innehatte, zurückgewinnen. Mit einem Zweitstimmenanteil von 11,0 Prozent erzielten die GRÜNEN in Baden-Württemberg ein Ergebnis vergleichbar den Bundestagswahlen 2002 und 2005.

Verluste verzeichnete auch DIE LINKE. Nachdem sie bei der Bundestagswahl 2009 in Baden-Württemberg 7,2 Prozent der gültigen Zweitstimmen erhalten hatte, erreichte sie diesmal lediglich 4,8 Prozent. Auf die sonstigen Parteien entfielen bei der Bundestagswahl 2013 insgesamt 11,7 Prozent (2009: 6,4 Prozent), davon 5,2 Prozent auf die erstmals angetretene AfD und 2,3 Prozent auf die PIRATEN (2009: 2,1 Prozent).

Die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg stieg bei der gestrigen Bundestagswahl leicht um 1,9 Prozentpunkte auf 74,3 Prozent. Das Interesse der Baden-Württemberger an Bundestagswahlen ist damit nach wie vor erheblich höher als bei anderen Wahlen: So beteiligten sich an der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg im Jahr 2011 66,3 Prozent der Wahlberechtigten, bei den Europawahlen 2009 waren es sogar nur 52,0 Prozent.

Die CDU konnte in allen 38 baden-württembergischen Bundestagswahlkreisen die höchsten Erststimmenanteile erzielen und somit das Direktmandat gewinnen. Bei der Bundestagswahl 2009 war dies in 37 der 38 Wahlkreise der Fall gewesen. Damit konnte die CDU bei der gestrigen Bundestagswahl auch das Direktmandat im Wahlkreis Freiburg, das 2009 noch die SPD errungen hatte, gewinnen.

Die SPD lag in insgesamt 37 Wahlkreisen an zweiter Stelle bei den Erststimmen. Die GRÜNEN konnten im Wahlkreis Stuttgart I den zweithöchsten Erststimmenanteil erzielen (2009 noch in 2 Wahlkreisen), die FDP erreichte bei dieser Wahl in keinem Bundestagswahlkreis den zweithöchsten Anteil bei den Erststimmen (2009: Rottweil-Tuttlingen). Nur in einem Wahlkreis war die Entscheidung um das Direktmandat relativ knapp: In Freiburg lag der Erstplatzierte rund 8.100 Stimmen vor dem Zweiten. In allen anderen Wahlkreisen betrug der Vorsprung der bzw. des direkt gewählten auf den Zweitplatzierten jeweils mehr als 10.000 Erststimmen.

Im 18. Deutschen Bundestag werden von insgesamt 630 Abgeordneten 78 Parlamentarier aus Baden-Württemberg kommen. Davon gehören 43 der CDU und 20 der SPD an. Die GRÜNEN stellen zehn Abgeordnete und DIE LINKE fünf. Da die FDP bundesweit an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist und auch keine Direktmandate erzielen konnte, werden erstmals in einem Deutschen Bundestag keine baden-württembergischen FDP-Abgeordneten vertreten sein. Unter den 78 baden-württembergischen Abgeordneten sind 24 Frauen, was einem Frauenanteil von knapp 31 Prozent entspricht.

Der Spitzenkandidat der baden-württembergischen CDU, Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble, konnte in seinem Wahlkreis Offenburg deutlich zulegen (+ 8,8 Prozentpunkte) und erreichte mit einem Erststimmenanteil von 56,0 Prozent die absolute Mehrheit. Im Wahlkreis Freiburg konnte der als Spitzenkandidat der Landes-SPD angetretene Bundestagsabgeordnete Gernot Erler mit einem Erststimmenanteil von 30,0 Prozent sein Direktmandat nicht verteidigen. Gegenüber 2009, als er als einziger SPD-Kandidat ein Direktmandat in Baden-Württemberg gewann, verzeichnete Erler einen Rückgang seines Erststimmenanteils um 3,0 Prozentpunkte.

Dirk Niebel, Bundesentwicklungsminister und Spitzenkandidat der baden-württembergischen FDP, erhielt in seinem Wahlkreis Heidelberg 3,1 Prozent der Erststimmen und verfehlte damit deutlich sein Ergebnis von vor vier Jahren (−8,9 Prozentpunkte). Für die GRÜNEN kam die Spitzenkandidatin Kerstin Andreae im Bundestagswahlkreis Freiburg auf 20,9 Prozent der Erststimmen. Das bedeutet für sie einen Rückgang um 0,9 Prozentpunkte. Michael Schlecht brachte es als Spitzenkandidat der Partei DIE LINKE im Wahlkreis Mannheim auf einen Erststimmenanteil von 6,6 Prozent und verlor damit 2,9 Prozentpunkte gegenüber 2009.

Gernot Erler, Kerstin Andreae und Michael Schlecht konnten zwar in ihren Wahlkreisen das Direktmandat nicht erringen, werden jedoch über die Landeslisten ihrer Parteien in den 18. Deutschen Bundestag einziehen. Entwicklungsminister Niebel wird im neuen Bundestag dagegen nicht vertreten sein, da die FDP bundesweit unter fünf Prozent der Zweitstimmen lag.

(Redaktion)