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Wirtschaft | Do, 22.11.2012 08:55

Chemische Industrie in Baden-Württemberg verzeichnet positive Entwicklung

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsätze der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Baden-Württemberg in den ersten drei Quartalen 2012 um 4,3 Prozent. Die positive Entwicklung zeigt sich auch in den Beschäftigungs- und Ausbildungszahlen. 4,4 Prozent mehr Menschen arbeiteten Ende September gegenüber 2011 in der Chemie. Das Ausbildungsplatzangebot ist um 3,9 Prozent gestiegen. Insgesamt ist die wirtschaftliche Entwicklung deutlich besser als im Bund. Das teilten die Chemie-Verbände Baden-Württemberg unter Bezug auf Zahlen des Statistischen Landesamtes mit.


Die Umsätze stiegen von Januar bis September 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 13,9 Milliarden Euro. Dabei stiegen Inlands- und Auslandsumsätze um 4,4 Prozent beziehungsweise 4,3 Prozent an. Diese Entwicklung stützt sich insbesondere die Pharmaindustrie im Land. Ihre Umsätze erhöhten sich um 8,1 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. In den ersten drei Quartalen 2012 hat dieser Chemie-Teilbereich damit einen Anteil von 44 Prozent an den Gesamtumsätzen der Branche. In der Farben- und Lackindustrie ist eine Stagnation zu verzeichnen. Einem Zuwachs im Ausland um 1,6 Prozent steht ein Rückgang von 0,2 Prozent im Inland entgegen. Der Umsatz betrug 1,8 Milliarden Euro.

Die Produktion in der chemischen Industrie (ohne Pharma) stagnierte in den ersten drei Quartalen 2012. In der Pharmaindustrie stieg die Produktion um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Beim Auftragseingang stellt sich die Situation vergleichbar dar. Er schwächte sich in der Chemie um -1,5 Prozent ab. Die Pharma-Aufträge wuchsen hingegen um drei Prozent.

Beschäftigung und Ausbildung

Positiv entwickelt hat sich die Beschäftigung in der Branche in den ersten neun Monaten. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um 4,4 Prozent. Das ist deutlich mehr als der 2,9-prozentige Zuwachs im verarbeitenden Gewerbe im Land. Auch die neu angebotenen Ausbildungsplätze stiegen (Stand Oktober 2012) gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent auf 1.065. Insgesamt werden in der Branche derzeit etwa 3.500 junge Menschen ausgebildet oder absolvieren ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Für das Gesamtjahr 2012 erwarten die Chemie-Verbände Baden-Württemberg eine leichte Abschwächung der Umsätze. Unterm Strich aber bleibt es positiv:  „Wir rechnen mit einem Umsatzplus von etwa drei Prozent im Land“, so Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer. Über die positive Entwicklung der Beschäftigungs- und Ausbildungszahlen freut er sich besonders: „Wir sind auf eine gute Mischung aus erfahrenen Kräften und jungen Nachwuchsmitarbeitern in den Betrieben angewiesen. Da sind die Zuwachsraten in der Ausbildung für die Unternehmen gut – und sie senden das richtige Signal nach außen: Die Chemie ist eine Zukunftsbranche“. In der chemischen Industrie Baden-Württembergs ist die Übernahmequote von ausgelernten Azubis mit mehr als 90 Prozent besonders hoch.

Für Mayer ist die derzeit positive wirtschaftliche Entwicklung wichtig: „Wir rechnen mit einer deutlichen Abschwächung 2013. Wir können nur hoffen, dass die Chemie durch ihre Produkte und internationale Aufstellung nicht in eine Rezession rutscht.“

(Redaktion)