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Wirtschaft | Di, 06.04.2010 09:21

Das Handwerk in Baden-Württemberg spürt den Aufschwung

Die Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) für das 1. Quartal 2010 zeichnet ein positives Bild. Die Lage wird besser als im Vorjahr eingeschätzt. Die Erwartungen an die Entwicklung des 2. Quartals sind außerordentlich groß. Damit steigt der Konjunkturindikator auf 18,7 Punkte, nachdem er im Vorjahr noch leicht im Minus gelegen hatte.


Die Einschätzung der Geschäftslage im 1. Quartal ist bei den 1.200 befragten Betriebsinhabern durchaus positiv, vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Bauleistungen im 1. Quartal durch die schwierigen Witterungsverhältnisse deutlich eingeschränkt waren. 30 Prozent der 1.200 befragten Betriebsinhaber sprechen von einer guten Geschäftslage, 25 Prozent von einer schlechten. Dieser leicht positive Saldo, wird von den Erwartungen an das 2. Quartal deutlich übertroffen: Hier geht nur jeder zehnte Betriebsinhaber von einer negativen Entwicklung aus – vor einem Jahr war es noch jeder fünfte.

Im Handwerk zeichnet sich damit der Aufwärtstrend klarer ab als in der Gesamtwirtschaft Baden-Württembergs. Diese positive Erwartung signalisiert aber eine breitere Basis für den Aufschwung. Sichtbar wird dies an der besonders positiven Entwicklung des Indikators für die größeren Handwerksbetriebe, die vom Einbruch 2008 überdurchschnittlich betroffen waren.

Besonders ausgeprägt ist die Zufriedenheit bei den Gesundheitshandwerkern (Augenoptiker, Zahntechniker) und den Ausbauhandwerkern (Installateure, Elektrotechniker). Das Bauhauptgewerbe hat witterungsbedingt etwas schlechter abgeschlossen, hofft aber auf gute Geschäfte im 2. Quartal. Sieben von zehn Betrieben erwarten hier eine erfolgreiche Geschäftsperiode. Erfreulich ist, dass die bisher von der Krise am stärksten betroffenen Handwerker, die gewerblichen Zulieferer, nunmehr auch von einer leicht verbesserten Geschäftslage berichten können. Zwar dominiert immer noch der Anteil der unzufriedenen Betriebe, die Zahl der zufriedenen ist aber zwischenzeitlich wieder auf 25 Prozent angestiegen (Vorjahr: 15 Prozent). Nachdem 40 Prozent der Zulieferbetriebe für das nächste Quartal mit verbesserten Geschäften rechnen, hat der Konjunkturindikator für diese Handwerksgruppe erstmalig seit dem vierten Quartal 2008 wieder den Sprung in den  positiven Bereich geschafft.

Deutlich negativ fallen allerdings die Äußerungen des Kraftfahrzeuggewerbes zur Geschäftslage aus. Hier ist der Nachfrageschub durch die Abwrackprämie zu Ende gegangen, die dadurch neu in den Markt gekommenen Fahrzeuge haben naturgemäß deutlich geringere Reparaturbedürfnisse als die aus dem Markt genommenen Altfahrzeuge. Probleme mit Leasingrückläufern und einem allgemein starken Rabattdruck in diesem Sektor machen der Branche zusätzlich zu schaffen.

(Redaktion/BWHT)