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| Mo, 04.04.2011 09:41

Der Weg um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen

Von: Ronald Lehnert

Bevor der Existenzgründer diesen Weg beschreitet, beschäftigen ihn viele Gedanken um das Thema Selbständigkeit. Meist beginnt alles mit einer Idee. Aber wie soll man daraus ein Business begründen? Warum schaffen es die einen und warum scheitern andere? Reichen meine finanziellen Mittel für den Start? Wo bekomme ich fundierte Hilfe? All das sind Fragen, die den potenziellen Existenzgründer am Anfang bewegen. Es gilt, darauf die richtigen Antworten zu finden.


Beginnen soll jeder mit einer Betrachtung des persönlichen Umfeldes. Ein Grund, weswegen manche Unternehmer scheitern ist die mangelnde Unterstützung innerhalb der Familie. Jeder angehende Unternehmensgründer sollte davon ausgehen in den Monaten vor und nach der Gründung ein Großteil der verfügbaren Zeit auf die Unternehmung zu verwenden. Ist sich die Familie dessen bewusst und unterstützt Sie dabei? Auch finanziell werden in der Zeit kleinere Brötchen gebacken. Jeder freie Euro wird mehr oder weniger in das Unternehmen fließen.

Des Weiteren erfordert eine Existenzgründung besondere Kompetenzen, die zumindest in Teilen vorhanden sein sollten.

Jeder wird zustimmen, dass ein umfangreiches Wissen bzw. Können auf dem geplanten Fachgebiet notwendig ist. Kenntnisse und Fähigkeiten, sollten sich auf dem aktuellen Stand befinden. Das dazu notwendige Wissen ist durch Weiterbildungsmaßnahmen permanent zu sichern.

Als Gründer hat man täglich mit vielen Menschen Kontakt. Das sind Kunden, Lieferanten, Bankberater oder auch Beamte im Finanzamt. Die Anforderungen reichen hier von Freundlichkeit und Diplomatie über die Anpassungsfähigkeit bis zur Beharrlichkeit und einem notwendigen Anteil Durchsetzungsvermögen. Wichtig ist die Fähigkeit, dies optimal zu mischen, um die Ziele zu erreichen.

Zu der Aussicht 70-80 Stunden in der Woche für sein frisch gegründetes Unternehmen zu arbeiten, habe ich schon in der Einleitung einige Sätze geschrieben. Zur Leistungsbereitschaft zählt aber auch das Thema der Verantwortungsübernahme. Als Existenzgründer hat man für alle Kernthemen des Unternehmens die Verantwortung. Das beinhaltet die finanziellen Aspekte genauso wie z.B. persönliche Vertriebskontakte bei Schlüsselkunden.

Ich treffe immer wieder auf Menschen, die davon überzeugt sind, absolut fehlerfrei zu arbeiten. Diese lügen sich in die eigene Tasche. Wichtiger ist es, eine gewisse Fehlerkultur zu pflegen. Es geht nicht um das Verhindern von Fehlern sondern um das Lernen daraus. Der Erfolg kommt dann aus dem Ergreifen geeigneter Maßnahmen. Sowohl der Unternehmer selbst als auch seine Mitarbeiter sollten diese Kultur offen leben (dürfen). Nur wer einen Weg ohne Angst beschreitet, wird diesen auch trotz möglicher falscher Abzweige erfolgreich zu Ende gehen.

Wo Fehler gemacht werden, wird es immer auch Kritik geben. Daher ist es wichtig, mit dieser Kritik umgehen zu können und positiv sowie sachlich darauf zu reagieren.

Nicht zu vergessen ist auch das Thema der Risikobereitschaft. Ein gesundes Risiko ist für jeden Unternehmer wichtig. Risiken werden immer eingegangen, bei der Wahl der Geschäftspartner, der Produktstrategien oder dem finanziellen Engagement. Der entscheidende Aspekt ist aber, ob man die Risiken richtig analysiert und bewertet. Ist die Risikobereitschaft zu hoch, so ist das genauso schädlich wie ein Versuch, jedes Risiko zu vermeiden.

Als Unternehmer hat man täglich Entscheidungen vielfältiger Art zu treffen. Manchmal hat man dafür  mehr Zeit zur Verfügung, manchmal nur sehr wenig. Ein guter Weg ist es, sich diesen Entscheidungen angstfrei zu stellen. Der Schlüssel ist eine möglichst sachliche Analyse als Basis der Entscheidung. In der Folge sollte man dazu stehen und auch bereit sein, aus falsch getroffenen Entscheidungen zu lernen um die geeigneten Schlüsse zu ziehen.

Ein effizientes Zeitmanagement ist die Basis jeden erfolgreichen Handelns. Dazu gehört das Arbeiten mit Prioritäten. Nur wer in der Lage ist, das Tagesgeschehen bei Terminen, Gesprächen oder definierten Abläufen effektiv zu planen, wird auf lange Sicht erfolgreich sein.

Als Gründer ist ein kaufmännisches bzw. betriebswirtschaftliches Grundverständnis wichtig. Zwar lassen sich viele Aufgaben delegieren, jedoch sind Entscheidungen durch den Unternehmer selbst zu treffen. Viele dieser Entscheidungen stützen sich auf eine kaufmännische Basis.

Ebenfalls wichtig ist es auch, für das eigene Unternehmen vertriebliche Aufgaben wahrzunehmen. Oft trifft man auf Gründer die die Meinung vertreten, dass Vertrieb nichts für sie ist. Sie würden dies am liebsten delegieren.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die sozialen Kompetenzen. Unternehmer werden immer mehr daran gemessen, wie sie die soziale Verantwortung im eigenen Unternehmen und gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen. Mittel- bzw. langfristig sind diese Kompetenzen für den Erfolg eines Unternehmens mitentscheidend.

Wenn ich als Berater Existenzgründer begleite, wird mir oft die Frage nach dem Sinn eines Businessplans gestellt. Nicht wenige glauben, dass dieser nur dazu dient, um bei Ämtern, Banken und Behörden vorgelegt zu werden. Sonst hat er kaum eine Bedeutung.

In dieser Denkweise liegt aber bereits der Fehler. Zum einen hat man die Vorstellung, sich als angehender und erfolgreicher Unternehmer professionell zu präsentieren. Dann aber beschreibt man  das eigene Vorhaben auf Basis eines Internetdownloads für ein paar Euro.

Darauf angesprochen folgen Sätze wie: „Ich bin eh ein Praktiker mit Bauchgefühl für das Geschäft“  oder ähnliches. Fühlt man dem angehenden Unternehmer dann ein wenig auf den Zahn, ist er bereits an die Grenzen der Erklärungsfähigkeit gekommen.

Natürlich bin ich davon überzeugt, dass sich die Existenzgründer gründlich mit ihrem Vorhaben beschäftigen.

Jedoch hilft gerade das Visualisieren der Idee dabei, auch schwierige Abschnitte gut zu planen und optimale Lösungen zu finden.

Viele Gründer bemühen sich um Fördermittel oder Kredite. Hier ist es zwingend einen kompletten und schlüssigen Businessplan in seinen Unterlagen zu haben. Diese Stellen prüfen das Geschäftsvorhaben dabei sehr intensiv auf seine Tragfähigkeit. Des Weiteren sind kritische Fragen zu beantworten, welche sowohl die Eignung des Unternehmers als auch der Geschäftsidee belegen sollen.

Zum Autor: Ronald Lehnert ist Unternehmens- und Existenzgründungsberater sowie Existenzgründercoach für alle Fragen zu Existenzgründung, Existenzsicherung, Fördermittel und Existenzgründercoachings für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Weitere Informationen sind unter www.unternehmensberatung-lehnert.de abrufbar.