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Wirtschaft | Do, 10.02.2011 09:24

Deutsche Exporte im Jahr 2010 deutlich angestiegen

Im Jahr 2010 wurden von Deutschland Waren im Wert von 951,9 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 797,6 Milliarden Euro eingeführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren die deutschen Ausfuhren damit im Jahr 2010 um 18,5% und die Einfuhren um 20,0% höher als im Jahr 2009. Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2010 mit einem Überschuss von 154,3 Milliarden Euro ab. Dies bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 11,3 Prozent.


Zusammen mit den Salden für Dienstleistungen (- 9,1 Milliarden Euro), Erwerbs- und Vermögenseinkommen (+ 33,1 Milliarden Euro), laufende Übertragungen (- 37,2 Milliarden Euro) sowie Ergänzungen zum Außenhandel (- 11,1 Milliarden Euro) schloss - nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank - die Leistungsbilanz im Jahr 2010 mit einem Überschuss von 129,9 Milliarden Euro ab. Im Jahr 2009 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 119,9 Milliarden Euro ausgewiesen.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Jahr 2010 Waren im Wert von 570,6 Milliarden Euro versandt und Waren im Wert von 503,8 Milliarden Euro von dort bezogen. Gegenüber dem Jahr 2009 stiegen die Versendungen in die EU-Länder um 14,0% und die Eingänge aus diesen Ländern um 17,5%. Die Warenlieferungen in die Länder der Eurozone beliefen sich im Jahr 2010 auf 386,2 Milliarden Euro (+ 12,7%), die Warenbezüge aus diesen Ländern auf 355,5 Milliarden Euro (+ 16,7%). In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Jahr 2010 Waren im Wert von 184,4 Milliarden Euro (+ 16,6%) ausgeführt und Waren im Wert von 148,3 Milliarden Euro (+ 19,2%) von dort eingeführt.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Jahr 2010 Waren im Wert von 381,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 293,8 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber dem Jahr 2009 nahmen die Exporte in die Drittländer um 26,0% und die Importe von dort um 24,7% zu.

"Die deutsche Außenwirtschaft konnte 2010 einen Großteil des Kriseneinbruchs wieder wettmachen. Derzeit liegen wir allerdings noch knapp unter dem Niveau von 2007. Deutschland profitiert in erster Linie von der wirtschaftlichen Erholung und Dynamik in den Schwellenländern. Der Außenhandel mit Staaten außerhalb der EU legte überproportional zu. So stiegen die Exporte in Länder außerhalb der EU um 26 Prozent, während die Exporte in die EU lediglich um 14 Prozent wuchsen." Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), zu den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Außenhandelszahlen für 2010.

"Auch wenn wir im laufenden Jahr wieder an die Umsätze vor der Krise anknüpfen, stecken wir noch mitten drin in der Schulden- und Währungskrise. Nicht zuletzt das beherzte Eingreifen der Politik hat dazu beigetragen, die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu begrenzen. Allerdings mit erheblichen Nebenwirkungen, die es weiter gilt in den Griff zu bekommen. Hierzu zählen insbesondere die riskante Geldpolitik der USA, welche die ohnehin vorhandene Inflationstendenz verstärkt, sowie die massiv angestiegenen Staatsschulden in Europa", so Börner abschließend.

(Redaktion/Destatis/BGA)