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Wirtschaft | Mi, 05.11.2014 09:43

Deutsche Familienunternehmen setzen auf Wachstum

Die deutschen Familienunternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Knapp neun von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass sie in den kommenden fünf Jahren wachsen werden. Zwölf Prozent rechnen mit einer Konsolidierung. Einen Umsatzrückgang erwartet nur eines von 100 Unternehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Zukunft der Familienunternehmen. Anker für Wirtschaft und Gesellschaft" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.


Die Wachstumsambitionen deutscher Familienbetriebe machen nicht an der Grenze halt: Die Unternehmen wollen ihren Wachstumskurs auch im Ausland fortsetzen. Bereits heute sind 85 Prozent der deutschen Familienunternehmen im Ausland tätig. Knapp ein Drittel ihrer Umsätze (32 Prozent) erzielen sie außerhalb des Heimatmarktes. Dieser Anteil wird in den kommenden fünf Jahren weiter steigen - auf 38 Prozent. Für die Mehrheit der familiengeführten Betriebe in Deutschland ist Europa auch künftig die wichtigste Zielregion für ihre Auslandsaktivitäten. Das größte Wachstumspotenzial sehen die Familienunternehmer allerdings in der Ferne: 27 Prozent rechnen in China mit stark steigenden Umsätzen; 19 Prozent sehen die größten Chancen auf ein Umsatzplus in den USA.

„Deutsche Familienunternehmen haben das schwierige wirtschaftliche Umfeld der vergangenen Jahre gut gemeistert. Sie haben sich sowohl auf dem Heimatmarkt als auch auf internationalen Märkten hohe Wachstumsziele gesteckt und sind zuversichtlich, diese zu erreichen. Zu Recht, schließlich haben sie in den vergangenen Jahren ihre Strukturen optimiert und fühlen sich auch bei traditionell schwierigen Themen wie der Unternehmensnachfolge und Konflikten zwischen den Familienmitgliedern gut gerüstet“, so die Einschätzung von Dr. Peter Bartels, Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC.

Das wichtigste Ziel für deutsche Familienbetriebe besteht darin, ihr Unternehmen langfristig zu erhalten, wenn möglich in Familienhand. Knapp die Hälfte (47 Prozent) plant, das Unternehmen sowie das Management an die nächste Generation zu übertragen. 35 Prozent der Befragten aus Deutschland wollen zwar die Inhaberschaft an die Nachfolger übertragen, ziehen aber ein familienfremdes Management einer familieninternen Nachfolge vor. Ein Verkauf des Unternehmens kommt nur für acht Prozent der deutschen Betriebe in Frage. Weltweit ziehen immerhin 20 Prozent der befragten Familienunternehmen diese Möglichkeit in Betracht.

„Deutsche Familienunternehmen sind professionell aufgestellt. Ihnen ist bewusst, dass das Management nicht zwingend mit Familienmitgliedern besetzt werden sollte. Gleichzeitig geht die nachfolgende Generation verstärkt ihren eigenen beruflichen Vorstellungen nach. Die Übernahme des Familienunternehmens ist also längst kein Automatismus mehr“, analysiert Peter Bartels.

Als größte interne Herausforderung in den kommenden zwölf Monaten sehen die inhabergeführten Betriebe in Deutschland den Fachkräftemangel. Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich die Situation zwar leicht entspannt: Damals nannten 48 Prozent der Befragten Personalknappheit als größte Hürde; bei der aktuellen Befragung ist der Anteil auf 44 Prozent gesunken (weltweit: 49 Prozent). Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre gaben jedoch rund zwei Drittel der deutschen Familienunternehmen an, das Anwerben qualifizierter Arbeitskräfte und das Halten von Schlüsselmitarbeitern sei eine ihrer zentralen Aufgaben.

Lediglich der Preiswettbewerb steht noch weiter oben auf der Agenda der kommenden fünf Jahre: 72 Prozent der deutschen Familienunternehmen sehen darin die zentrale Herausforderung in den nächsten fünf Jahren (weltweit: 58 Prozent). Genauso wichtig wie die Suche nach qualifiziertem Personal ist für deutsche Familienunternehmen der Umgang mit Innovationen: Ebenfalls 68 Prozent der befragten Betriebe mit Sitz in Deutschland gaben an, die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können, ist eine zentrale Aufgabe (weltweit: 64 Prozent).sich vom Wettbewerb abzugrenzen. Sie investieren deshalb in Forschung und Entw

„Deutsche Familienunternehmen haben erkannt, dass Innovationsfähigkeit ein entscheidender Faktor ist, um icklung und setzen die Produkt- und Unternehmensentwicklung immer häufiger auf ihre Agenda“, so Peter Bartels abschließend.

(Redaktion)