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Vermischtes | Fr, 08.02.2013 09:10

Deutsche schenken Regierung wieder mehr Vertrauen

Welche Wirtschaftsbranchen und Institutionen genießen am meisten Vertrauen, welche am wenigsten? In Deutschland sind die Vertrauenswerte im Vergleich zum Vorjahr bis auf wenige Ausnahmen stabil geblieben. Einziger Gewinner ist die deutsche Regierung. Die Autoindustrie kann ihr hohes Vertrauensniveau halten, die Energie- und Wasserversorger verlieren leicht. Das sind Ergebnisse des aktuellen Global Trust Reports des GfK Vereins.

Bei der Frage nach dem Vertrauen verzeichnet die deutsche Regierung den größten Zuwachs. (Grafik: GfK Verein)

Bei der Frage nach dem Vertrauen verzeichnet die deutsche Regierung den größten Zuwachs. (Grafik: GfK Verein)


Bei den Institutionen genießt die Polizei das höchste Vertrauen in Deutschland. Sie erreicht 81 Prozent und führt das Ranking klar an. Im Vergleich zum Vorjahr wird jedoch ein Minus von vier Prozentpunkten gemessen. Auf Rang zwei liegt mit deutlichem Abstand die Justiz. Sie erreicht einen Vertrauenswert von 65 Prozent, gefolgt von den Nichtregierungsorganisationen (NGOs) mit 59 Prozent.

Als einzige Institution konnte die deutsche Regierung ihren Vertrauenswert verbessern. Zwar rangiert sie mit 34 Prozent im hinteren Drittel des Rankings. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sie aber fünf Prozentpunkte hinzugewinnen. „Grund für diese Entwicklung könnte die - laut Medienberichten - positive Wahrnehmung des derzeitigen Krisenmanagements durch die Bundeskanzlerin sein“, sagt Professor Dr. Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins.

Wenig Vertrauen schenken die Deutschen auch dem Internet (34 Prozent) und großen Unternehmen bzw. internationalen Konzernen (26 Prozent). Schlusslicht sind und bleiben die politischen Parteien. Zu ihnen hat nur jeder Sechste Vertrauen. Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Parteien mit diesem Wert allerdings noch im Mittelfeld.

Offenbar hat in Deutschland das Handwerk auch in puncto Vertrauen goldenen Boden. 87 Prozent der Bundesbürger vertrauen dieser Branche. Damit belegt sie - wie schon im vergangenen Jahr - klar den Spitzenplatz bei den elf untersuchten Wirtschaftsbereichen. Auf Rang zwei finden sich die Unterhaltungselektronik- und Haushaltsgerätehersteller, denen 78 Prozent der Bevölkerung vertrauen, gefolgt von den Autoherstellern mit 71 Prozent.

Den letzten Platz belegen die Banken und Versicherungen. Sie büßen im Vergleich zum Vorjahr sogar noch einmal sieben Prozentpunkte ein und kommen nun auf einen Vertrauenswert von 29 Prozent. „Nicht einmal mehr jeder dritte Bundesbürger vertraut dieser Branche. Hier wirken sich wohl vor allem die Skandale der letzten Zeit aus, die von Zinsmanipulationen bis zu Razzien wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung reichen“, fasst Wildner zusammen.

An Vertrauen verloren haben auch die Energie- und Wasserversorger. Sie erreichen aktuell nur noch 51 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 5 Prozentpunkte mehr. Grund dafür könnten die steigenden Ökostromumlagen sein, durch die sich die Strompreise für viele Privatkunden erhöhen.

Über alle 25 Länder hinweg erhalten bei den Institutionen das Militär und die Armee mit 79 Prozent das größte Vertrauen. Auf Rang zwei folgen mit 66 Prozent die Kirchen bzw. die Glaubensgemeinschaften. Das Schlusslicht der internationalen Liste bilden - wie in fast allen untersuchten Ländern - die politischen Parteien. Sie erreichen im Durchschnitt lediglich einen Vertrauenswert von 18 Prozent.

Bei den Branchen liegen die Unterhaltungselektronik- und Haushaltsgerätehersteller im Gesamtdurchschnitt an der Spitze. Knapp 74 Prozent aller Befragten vertrauen diesem Wirtschaftsbereich, gefolgt vom Handwerk mit 69 Prozent. Die hinteren Plätze des Vertrauens-Rankings der Branchen belegen die Banken bzw. Versicherungen mit 62 Prozent und die Telekommunikations- und Internetanbieter sowie die Fluggesellschaften mit jeweils 60 Prozent.

(Redaktion)