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Vermischtes | Mi, 13.11.2013 13:07

Deutsche sorgen sich um Schutz persönlicher Daten

Wenn es um die Aufzeichnung privater Daten geht, haben die deutschen Internetnutzer eine klare Position: Eine Beobachtung ihrer Person akzeptieren sie nur dann, wenn Anonymität gewährleistet ist. Das ist das Ergebnis der Studie "Daten & Schutz 2013" des GfK Vereins.


Etwa die Hälfte akzeptiert, dass mit der Nutzung des Internets ein gewisser Grad an Überwachung und eingeschränktem Datenschutz verbunden ist. Eine Aufzeichnung der privaten Kommunikation am Telefon oder im Internet missbilligen jedoch beinahe 70 Prozent, auch wenn dadurch Verbrechen verhindert werden können.

Auf noch mehr Ablehnung stößt die ungefragte Verwendung der eigenen Daten für Werbezwecke, auch bei kostenfreien Online-Diensten und -Spielen. Mehr als 60 Prozent wollen im Internet außerdem keine zugeschnittenen Suchergebnisse und personalisierte Werbung, obwohl dies von den Anbietern als komfortabler Service dargestellt wird. Auf die Unterstützung der Politik beim Schutz der Privatsphäre zählen die Befragten nicht: Nur rund ein Viertel ist der Meinung, dass die Bundesregierung genug tut, um die Daten der Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

Im Zusammenhang mit Datenmissbrauch haben die meisten Deutschen Angst vor finanziellem Schaden (68 Prozent), einem Einblick bzw. Eingriff in die Privatsphäre (52 Prozent) und dem Missbrauch der eigenen Identität durch Dritte (51 Prozent). Auch die Angst vor der Verbreitung falscher Informationen (42 Prozent) und der Einblick in sensible persönliche Daten (41 Prozent) sind hoch.

Sieben Prozent waren schon von Datenmissbrauch betroffen. Sie sind deutlich ängstlicher: Die Furcht vor finanziellem Schaden (80 Prozent) ist bei ihnen ebenfalls am größten, gefolgt von der Furcht vor Identitätsmissbrauch (70 Prozent). Auch das Gefühl der Ohnmacht, falsche Informationen zurückzuholen oder zu korrigieren, ist überdurchschnittlich hoch (alle Nutzer: 29 Prozent; von Datenmissbrauch Betroffene: 43 Prozent). Insgesamt unbesorgter zeigen sich die 14- bis 19-Jährigen: Nur vor der Erstellung von Persönlichkeitsprofilen und Verbreitung von falschen Informationen oder Unwahrheiten haben sie überdurchschnittlich viel Angst.

Vertrauen beim Umgang mit persönlichen Daten genießen vor allem Ärzte, kleine Einzelhändler und Krankenkassen. Den mit Abstand geringsten Wert erreichen mit neun Prozent Anbieter von Internetservices aus den USA. Bei den europäischen Anbietern ist das Vertrauensniveau zwar doppelt so hoch, erreicht aber auch nur 21 Prozent. Ähnlich misstrauisch sind die Befragten gegenüber Online-Kommunikationsplattformen/Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken.

Wer intensiver das Internet nutzt, verliert offensichtlich die Skepsis: So bringen Teens auch den Online-Kommunikationsplattformen / Messenger-Diensten sowie den sozialen Netzwerken größeres Vertrauen entgegen. Die täglichen Surfer vertrauen den abgefragten Online-Angeboten ebenfalls etwas mehr als der Durchschnitt. „Dennoch müssen besonders Internetanbieter aufpassen, dass das mangelnde Vertrauen in den Datenschutz nicht irgendwann zu einer Einschränkung ihrer Geschäfte führt“, kommentiert Prof. Dr. Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins, die Ergebnisse.

(Redaktion)