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Wirtschaft | Do, 12.09.2013 09:28

Deutsche Unternehmen investieren zu wenig in Innovationen

Innovative Unternehmen wachsen schneller und generieren mehr Umsatz. Insgesamt sind sie nachhaltig erfolgreicher. Zu diesem Ergebnis kommt eine globale Innovationsstudie, zu der die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC 1.757 Führungskräfte in mehr als 25 Ländern befragt hat. Demnach sind die innovativsten Unternehmen in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt um fast 16 Prozent schneller gewachsen als die am wenigsten innovativen Unternehmen.


Für die nächsten fünf Jahre rechnen die Top-Innovatoren mit einem Umsatzwachstum von insgesamt mehr als 250 Milliarden US-Dollar. Damit werden sie im selben Zeitraum mehr als dreimal so schnell wachsen wie die Innovations-Schlusslichter.

Deutschland gilt weiterhin als Innovationsland. 82 Prozent der 213 befragten Unternehmen mit Sitz in Deutschland sehen sich als Vorreiter für innovative Produkte und Dienstleistungen Das gleiche sagen nur 69 Prozent der weltweit befragten Unternehmen. Jedoch erwarten die deutschen Unternehmen in den kommenden fünf Jahren niedrigere Wachstumsraten als die globalen Studienteilnehmer: Mit einem erwarteten Umsatzwachstum in Höhe von rund 54 Prozent liegen die innovativsten deutschen Unternehmen deutlich unter der Wachstumsprognose der innovativsten Firmen weltweit (62 Prozent).

Außerdem investieren Unternehmen hierzulande weniger in Innovationen. Die Studie zeigt, dass durchschnittlich nur sieben Prozent ihres Gesamtumsatzes in Innovation fließen. Weltweit sind es immerhin neun Prozent. Lediglich 27 Prozent der Befragten sehen zudem die Möglichkeit, Steuervorteile zu nutzen, um ihre Innovationsthemen voranzutreiben. Global sind es 45 Prozent.

„Innovationen bleiben ein Schlüssel für den weltweiten Erfolg deutscher Unternehmen. Unsere Studie zeigt, dass deutsche Firmen ein starkes Selbstbewusstsein haben und vieles richtig machen. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Viele Wettbewerber im Ausland investieren deutlich mehr in Innovation als der Durchschnitt in Deutschland, so dass der deutsche Vorsprung schnell verloren gehen könnte“, so Norbert Winkeljohann, PwC-Vorstandssprecher.

Zwei Drittel der befragten deutschen Unternehmen fokussieren sich bei ihren Innovationsbestrebungen auf die klassischen Innovationsbereiche Produkt und Technologie. Bei den weltweit befragten Unternehmen sind es rund 50 Prozent.

„Deutschland verfügt nach wie vor über eine starke Innovationslandschaft. Firmen sollten bei ihren Innovations-bestrebungen aber über den Tellerrand hinaus blicken und das gesamte Spektrum an Innovationsarten ausschöpfen, zum Beispiel auch Dienstleistungs- oder Geschäftsmodellinnovationen“, empfiehlt PwC-Partner und Innovations-Experte Sebastian Feldmann.

„Unsere Studie zeigt, was die innovativsten Unternehmen weltweit auszeichnet: Sie besitzen eine klar definierte Innovationsstrategie, sie wollen einen besonders hohen Anteil an bahnbrechenden Innovationen auf den Markt bringen und nutzen dazu auch Mittel wie Inkubatoren oder Open Innovation. Außerdem gehen sie mit Innovation um wie mit anderen etablierten Unternehmensprozessen“, so Feldmann.

Unternehmen in Deutschland suchen den engen Schulterschluss mit der Wissenschaft: Etwa 70 Prozent der Befragten wollen in den kommenden drei Jahren mit akademischen Einrichtungen zusammenzuarbeiten, um ihre Innovationsfähigkeit voranzutreiben. Unter den weltweit befragten Unternehmen liegt dieser Anteil nur bei 56 Prozent. Ferner haben drei Viertel der Befragten in Deutschland formale organisatorische Strukturen etabliert, um Innovation auf den Weg zu bringen, während dies nur bei 61 Prozent der Unternehmen weltweit zutrifft.

„Unternehmen hierzulande verfügen bereits über die strukturellen Voraussetzungen für ein gutes Innovationsmanagement. Die enge Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen verstärkt aber die Fokussierung auf die klassischen Innovationsbereiche Produkt und Technologie. Zusätzliche Impulse für erfolgreiche Innovationen entstehen beispielsweise auch in der Zusammenarbeit mit Kunden und Wettbewerbern, die gemäß der vorliegenden Ergebnisse noch ausbaufähig ist“, kommentiert Feldmann.

(Redaktion)