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Wirtschaft | Do, 15.08.2013 08:54

Deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs

Im zweiten Quartal stieg die Produktion der deutschen Wirtschaft gegenüber dem ersten Vierteljahr um 0,7 Prozent. Der Zuwachs ist unerwartet deutlich ausgefallen. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) dürfte die deutsche Wirtschaft auch weiterhin wachsen.


DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner bewertet die konjunkturelle Lage insgesamt positiv: „Die Industrie folgt bereits seit Februar einem deutlichen Aufwärtstrend, das wird sich auch im laufenden und in den kommenden Quartalen bemerkbar machen.“

Im zweiten Quartal dürften nach DIW-Einschätzung auch Nachholeffekte in der Bauwirtschaft das Bruttoinlandsprodukt (BIP) angetrieben haben. Im ersten Quartal konnte wegen des langen Winters spürbar weniger gebaut werden. Aber auch strukturell steht die deutsche Wirtschaft zurzeit gut da. Vor allem die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt stimmt die Berliner Konjunkturforscher zuversichtlich.

„Bis zuletzt wurde deutlich Beschäftigung aufgebaut, das wird sich im Jahresverlauf kaum abschwächen“, sagt DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Der private Verbrauch wird daher wohl merklich zum Wachstum beitragen.“

Sorge bereiten den DIW-Experten dagegen die Ausrüstungsinvestitionen: „Die Unternehmen nutzen das günstige Finanzierungsumfeld bislang kaum. Sie halten sich mit ihren Ausgaben angesichts der nachhaltig getrübten Absatzperspektiven und der Unsicherheit bezüglich der Krise im Euroraum zurück“, so Fichtner.

Im weiteren Verlauf sollte die Investitionstätigkeit aber wieder anziehen. Die Unsicherheit ebbt bereits deutlich ab und die Anpassung an die schwache Nachfrage im Euroraum dürfte bereits zu einem großen Teil abgeschlossen sein. „Aber selbst wenn die Investitionen in Schwung kommen: Gemessen etwa am Stellenwert der Industrie bleiben die Investitionen relativ schwach. Hier ist die Wirtschaftspolitik gefordert, um den Standort Deutschland zu stärken“, mahnt Fichtner.

Günstig schätzt Fichtner die Aussichten für die deutschen Exporteure ein: „Die Weltwirtschaft dürfte nach und nach Fahrt aufnehmen und die deutschen Ausfuhren leicht anschieben.“ Gleichzeitig dämpft Fichtner allzu optimistische Erwartungen: „Bei der ordentlichen Inlandsnachfrage werden auch die Importe merklich anziehen, so dass der Außenhandel unterm Strich das Wachstum sogar leicht schwächen wird.“

(Redaktion)