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Wirtschaft | Do, 21.03.2013 08:42

Deutsche Wirtschaft wächst 2013 um 0,6 Prozent

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) erhöht seine Prognose des deutschen Wirtschaftswachstums für das Jahr 2013 auf 0,6 Prozent. Für 2014 werden 2,1 Prozent erwartet. In diesem Jahr dürfte die Konjunktur vor allem von der Inlandsnachfrage getragen werden. Für 2014 sind auch wieder Impulse seitens der Außenwirtschaft zu erwarten. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 sinken, die Inflationsrate moderat bleiben.


Im weiteren Verlauf dieses Jahres dürfte es zu einem leichten Aufschwung kommen. Die sich abzeichnende vergleichsweise günstige Entwicklung der verfügbaren Einkommen lässt erwarten, dass die Konsumausgaben und die Wohnungsbauinvestitionen weiter zunehmen. Auch die Unternehmen dürften ihre Investitionszurückhaltung allmählich aufgeben. Wenig Schubkraft ist seitens der Außenwirtschaft zu erwarten. Zwar dürfte sich im Zuge der weltwirtschaftlichen Belebung der Exportanstieg verstärken. Gleichzeitig könnte die lebhaftere Inlandsnachfrage aber auch für steigende Einfuhren sorgen. Alles in allem erwartet das RWI, dass das BIP 2013 im Jahresdurchschnitt um 0,6 Prozent steigen wird.

Für 2014 deutet sich eine kräftigere Belebung der Konjunktur an. Mit der weiteren Erholung der Weltwirtschaft dürften die Exporte rascher steigen, was sich positiv auf die Investitionen auswirken würde. Zudem werden die Finanzierungsbedingungen voraussichtlich günstig bleiben. Auch die verfügbaren Einkommen dürften aufgrund von weiterhin steigender Beschäftigung und rückläufiger Arbeitslosigkeit weiter zunehmen. Für das BIP dürfte 2014 aus alledem ein Anstieg um 2,1 Prozent resultieren.

Der Arbeitsmarkt sollte sich im Prognosezeitraum positiv entwickeln. Durch die anziehende Produktion ist eine zunehmende Arbeitsnachfrage zu erwarten. Sie schlägt sich voraussichtlich insbesondere in einem Anstieg der Erwerbstätigkeit um 0,4 Prozent in diesem und 0,6 Prozent im kommenden Jahr nieder. Da für 2013 und 2014 eine weiterhin kräftige Zuwanderung zu erwarten ist, dürfte das Erwerbspersonenpotenzial trotz einer demographisch bedingt rückläufigen heimischen Erwerbsbevölkerung zunehmen. Daher wird die Arbeitslosigkeit voraussichtlich weniger stark abgebaut als die Erwerbstätigkeit steigt. Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem Jahr bei 6,8 Prozent bleiben und im nächsten Jahr auf 6,4 Prozent sinken.

Die Inflation wird voraussichtlich moderat bleiben. Dämpfend wirkt vorerst, dass sich Rohöl in Euro gegenüber dem Vorjahr verbilligt hat. Zudem können steigende Arbeitskosten durch Produktivitätssteigerungen ausgeglichen werden. Im Verlauf des Jahres 2014 dürfte sich die Inflation erhöhen, weil zum einen mit zunehmender Kapazitätsauslastung steigende Arbeitskosten eher überwälzt werden, zum anderen der inzwischen deutliche Anstieg der Immobilienpreise vermehrt auf die Mieten durchschlagen dürfte. Im Jahresdurchschnitt steigen die Verbraucherpreise um 1,6 Prozent in diesem und um 2,0 Prozent im kommenden Jahr.

Die öffentlichen Haushalte haben 2012 einen Überschuss erzielt. Im Verlauf dieses Jahres wird sich ihre Lage jedoch leicht verschlechtern. Der Konsolidierungskurs wurde gelockert. Zudem führt die schwächere Konjunktur wohl zu geringeren Einnahmen bei den gewinnabhängigen Steuern. Voraussichtlich wird der Staat 2013 ein Budgetdefizit von 6 Milliarden Euro bzw. 0,2 Prozent des BIP aufweisen. Im nächsten Jahr ist infolge der konjunkturellen Erholung mit einem Überschuss von 10 Milliarden Euro (0,4 Prozent des BIP) zu rechnen, vorausgesetzt die neue Bundesregierung schwenkt zurück auf den Konsolidierungskurs.

Dies scheint auch erforderlich, da die Lage der öffentlichen Haushalte derzeit besser aussieht, als sie in Wahrheit ist. So profitiert der deutsche Staat zurzeit von den außerordentlich niedrigen Zinsen. Zudem hat er Mehreinnahmen aus heimlichen Steuererhöhungen. Darüber hinaus ist Deutschland im Rahmen der Bankenrettung und der Hilfen für Staaten des Euro-Raums große Risiken eingegangen. Diese zeigen sich bisher vor allem im Schuldenstand, aber nur zu einem kleinen Teil im Defizit. Des Weiteren reduziert der Bund derzeit sein Defizit zu Lasten der Sozialversicherungen.

(Redaktion)