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| Do, 04.12.2008 11:14

Deutscher Zukunftspreis 2008 für Jiri Marek, Michael Offenberg und Frank Melzer

Bundespräsident zeichnet hervorragende deutsche Innovationen und ihre Entwickler aus

Die Preisträger (v.l.n.r): Dr.-Ing. Frank Melzer, Dr.-Ing. Jiri Marek, Dr.-Ing. Michael Offenberg (© Deutscher Zukunftspreis / Foto: Ansgar Pudenz)

Die Preisträger (v.l.n.r): Dr.-Ing. Frank Melzer, Dr.-Ing. Jiri Marek, Dr.-Ing. Michael Offenberg (© Deutscher Zukunftspreis / Foto: Ansgar Pudenz)


Bundespräsident Horst Köhler hat am Mittwoch, 03. Dezember, im Berliner Congress Centrum (bcc) den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis 2008, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, an Dr.-Ing. Jiri Marek, Dr.-Ing. Michael Offenberg und Dr.-Ing. Frank Melzer verliehen.

Mit ihrem Projekt „Smarte Sensoren erobern Konsumelektronik, Industrie und Medizin“ haben sich die drei Entwickler von der Robert Bosch GmbH und der Bosch Sensortec GmbH (beide mit Sitz in Reutlingen) gegen zwei weitere hervorragende Projekte durchsetzen können, die die Jury für die Endrunde nominiert hatte.

Empfindliche Messfühler aus Silizium sorgen in Automobilen für Sicherheit. Auch in Handys oder Navigationsgeräten können sich solche Sensoren sinnvoll einsetzen lassen. Dafür müssen sie allerdings kleiner und preisgünstiger sein und sich industriell herstellen lassen. Dieser Aufgabenstellung haben sich die drei Gewinner angenommen und damit ein neues Geschäftsfeld für ihr Unternehmen eröffnet.

Dem Team um Dr. Marek gelang es, durch neue Fertigungstechniken die Sensoren auch für diese Anwendungen nutzbar zu machen. Sie setzten dabei auf Oberflächen-Mikromechanik als Herstellungsverfahren. Dabei werden bewegliche Strukturen wie Massen und Federn auf einer Siliziumscheibe verankert. Mit neuen Prozessen, etwa durch Ätzen und Abscheiden des Materials, schufen die Entwickler die Grundlage dafür, dass sich die Oberflächen-Mikromechanik für eine kostengünstige industrielle Produktion großer Stückzahlen von kleinen und sparsamen Sensoren nutzen lässt.

Inzwischen sind bereits erste Produkte auf dem Markt, in denen beispielsweise Beschleunigungssensoren stecken. Sie ermöglichen es, die Festplatten in tragbaren Computern vor Erschütterungen zu schützen oder Handys durch Bewegen des Gerätes zu bedienen. Mit Drucksensoren in Navigationsgeräten lässt sich die Höhe über dem Meer präzise ermitteln – die Basis für eine noch genauere mobile Navigation.

Das Potenzial der Technologie ist beachtlich: Bosch gründete dafür ein eigenes Tochterunternehmen und rechnet durch den Einsatz der Sensoren in elektronischen Konsumgeräten mit einer Verdoppelung der bisherigen Umsätze dieses Bereiches in den nächsten Jahren.

In einer Gesprächsrunde im Rahmen der Preisverleihung diskutierte Bundespräsident Horst Köhler die Voraussetzungen für solche Leistungen. Er verwies darauf, dass unternehmerisches Verantwortungsbewusstsein und entschlossener Einsatz für Forschung und Entwicklung keine Gegensätze, sondern Bedingungen für wirtschaftlichen Erfolg sind. Mit einem besonderen Appell richtete sich der Bundespräsident an die jungen Menschen, Technik nicht nur zu bestaunen und zu nutzen, sondern auch zu verstehen und zu entwickeln.

Nominiert für den Deutschen Zukunftspreis 2008 waren zwei weitere Teams. Sie wurden von Bundespräsident Horst Köhler für ihre Leistungen mit einer Urkunde ausgezeichnet:

Dr. rer. nat. Nikolaus Benz , Dr.-Ing. Thomas Kuckelkorn, Schott Solar CSP GmbH, Mitterteich mit dem Projekt „Das Herzstück solarthermischer Kraftwerke: Hochleistungsreceiver als Energiesammler

und

Prof. Dr. sc. techn. Jörg Sennheiser, Dipl.-Ing. Gerrit Buhe, Sennheiser electronic GmbH & Co. KG, Wedemark mit dem Projekt „Professionelles Digitales Drahtlos-Mikrofonsystem“.

Der Deutsche Zukunftspreis wurde in diesem Jahr zum zwölften Mal vergeben. Mit dem Preis will der Bundespräsident auf Menschen aufmerksam machen, die mit ihren Innovationen Antworten auf kommende Herausforderungen für Wissenschaft und Wirtschaft im weltweiten Wettbewerb liefern. Zudem verdankt unser Land ihrer Neugier und Beharrlichkeit, ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten Produkte und Dienstleistungen, die für Wohlstand sorgen und die Arbeitsplätze schaffen. Diese "Zukunftsmacher" sind mit ihren Ideen und dem Willen, diese umzusetzen, Vorbilder.

Quelle: Bundespräsidialamt