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Wirtschaft | Mo, 17.10.2011 08:53

DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2011: "Fachkraft Chef" gesucht

Den geeigneten Nachfolger zu finden wird bei anstehenden Generationswechseln in deutschen Unternehmen immer mehr zur Schlüsselfrage. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seinem aktuellen Report zur Unternehmensnachfolge.


"Inzwischen hat bereits mehr als jeder dritte Unternehmer große Schwierigkeiten, den richtigen Nachfolger für seinen Betrieb zu finden", berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Allein 2010 wurden infolgedessen rund 1.800 Unternehmen mit insgesamt mehr als 23.000 Arbeitsplätzen aufgegeben."

Der DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge beruht auf mehr als 21.500 Kontakten von Experten aus den Industrie- und Handelskammern mit Senior-Unternehmern und an der Übernahme eines Betriebs interessierten Existenzgründern.

Er zeigt, dass die aktuelle Entwicklung vielfältige Gründe hat: Oft mangelt es potenziellen Nachfolgern an der notwendigen Qualifikation, andere unterschätzen schlicht die Anforderungen einer Unternehmensübernahme, zu der auch die Finanzierung gehört. Abschreckend wirken zunehmend auch Verpflichtungen, die mit der Erbschaftsteuerbefreiung einhergehen, oder die vielfach überzogenen Preisvorstellungen der Seniorunternehmer.

"All diese Faktoren, die eine Übergabe erschweren, werden durch die demografische Entwicklung erheblich verstärkt. Daraus müssen dringend Konsequenzen gezogen werden", mahnte Wansleben. Heute dauere eine Unternehmensübernahme im Schnitt drei Jahre, im Einzelfall sehr viel länger. "In Zukunft werden Unternehmer noch frühzeitiger mit der Suche beginnen müssen", so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Aber wir alle, Wirtschaft und Politik müssen viel stärker Selbstständigkeit als berufliche Alternative zur Anstellung ins Bewusstsein der jungen Leute bringen – beispielsweise durch Verankerung in den Lehrplänen. Zudem ist die Politik aufgefordert, zur Unternehmenssicherung stärker beizutragen, indem sie bürokratische Hürden, beispielsweise bei der Erbschaftsteuer, konsequent abbaut."

(Redaktion)