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Wirtschaft | Mi, 18.09.2013 11:38

DIW: Bruttoinlandsprodukt steigt wieder

Die deutsche Wirtschaft hat den schwachen Jahresauftakt überwunden und wieder einen moderaten Aufwärtskurs eingeschlagen. Zwar wird das Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt dieses Jahres nur um 0,4 Prozent steigen, für das Jahr 2014 liegt das Wachstum mit 1,7 Prozent aber wieder deutlich höher. Das prognostizieren die Konjunkturforscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in ihren Herbstgrundlinien 2013.


Es sind in erster Linie die zunehmenden Konsumausgaben, aber auch die sich langsam belebenden Investitionen, die die wirtschaftliche Entwicklung anschieben. Hinzu kommen allmählich anziehende Exporte, denn die konjunkturelle Entwicklung auf wichtigen Absatzmärkten wie den USA hat zuletzt an Dynamik gewonnen und der Euroraum dürfte die Rezession überwunden haben. Die öffentlichen Haushalte werden in diesem und im nächsten Jahr mit Überschüssen abschließen. Nach Ansicht der DIW-Ökonomen sollten diese vor allem investiert werden, um das potentielle Wirtschaftswachstum zu erhöhen.

Die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum hat die Talsohle erreicht: Im zweiten Quartal des Jahres 2013 gab es zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren wieder ein Wachstum (0,3 Prozent). Dafür war vorwiegend die hohe konjunkturelle Dynamik in Deutschland (0,7 Prozent) sowie die überraschend kräftige wirtschaftliche Entwicklung in Frankreich (0,5 Prozent) verantwortlich. Spanien und Italien stecken weiter in der Rezession. Es mehren sich jedoch die Zeichen, dass es ab der zweiten Jahreshälfte auch in den Krisenländern wieder aufwärts geht. Insgesamt wird die Wirtschaftsleistung des Euroraums im Jahresdurchschnitt 2013 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Im kommenden Jahr wird sie um ein Prozent steigen.

Auch das Expansionstempo der weltwirtschaftlichen Entwicklung dürfte in den kommenden Quartalen weiter zunehmen - vor allem in den Industrieländern, in denen eine allmählich bessere Arbeitsmarktsituation bei geringer Preissteigerung die real verfügbaren Einkommen und damit den privaten Konsum expandieren lässt. In den Schwellenländern hat sich die Dynamik hingegen leicht abgeschwächt. Dazu hat die schwache Entwicklung wichtiger Absatzmärkte - wie etwa des Euroraums – beigetragen. Dies wird künftig aber weniger belasten.

Zudem haben Turbulenzen auf den Devisenmärkten die Investoren verunsichert. Der daraus resultierende Anstieg der Zinsen engt auch die finanzpolitischen Spielräume der Schwellenländer ein. Auch müssen viele dieser Länder strukturelle Reformen ihrer Volkswirtschaften und Finanzsysteme entschiedener angehen.

Die binnenwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland bleibt kräftig, auch wenn sie von Sondereffekten in der Bauwirtschaft - infolge des strengen Winters - überzeichnet ist. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte werden in diesem Jahr um ein Prozent steigen; für das kommende Jahr erwarten die Konjunkturforscher des DIW Berlin ein Plus von 1,4 Prozent. Moderate Inflationsraten von weniger als zwei Prozent, spürbare Lohnsteigerungen und die gute Arbeitsmarktlage erhöhen die Kaufkraft der Haushalte.

Der Beschäftigungsaufbau setzt sich mit nachlassendem Tempo fort. Da allerdings - vor allem wanderungsbedingt - die Zahl der Erwerbspersonen steigt, spiegelt sich dies nicht in einem Rückgang der Arbeitslosen wider; die Arbeitslosenquote verharrt in den Jahren 2013 und 2014 bei 6,8 Prozent.

Die Ausfuhren werden mit der steigenden Auslandsnachfrage im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung zwar weiter steigen. Das Expansionstempo bleibt aber hinter dem des Welthandels zurück, da noch immer fast 40 Prozent der deutschen Exporte in den Euroraum gehen. Umso wichtiger ist es für die deutsche Wirtschaft, dass der Euroraum die Rezession hinter sich gebracht hat.

In diesem Umfeld dürfte sich die Investitionszurückhaltung der Unternehmen allmählich lösen. Gehen die Investitionen im Jahresdurchschnitt 2013 noch um rund zwei Prozent zurück, dürften sie - auch dank günstiger Finanzierungskonditionen - im kommenden Jahr kräftig, um gut acht Prozent, zulegen.

(Redaktion)