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Wirtschaft | Fr, 10.12.2010 09:18

Dr. Peter Kulitz zum neuen Präsidenten des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) gewählt

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag hat einen neuen Präsidenten. Dr. Peter Kulitz, Präsident der IHK Ulm, ist am Donnerstag, 9. Dezember 2010, von der BWIHK-Mitgliederversammlung auf der Herbsttagung in Karlsruhe zum Nachfolger von Bernd Bechtold (IHK Karlsruhe) gewählt worden, der nach zwei Amtszeiten satzungsgemäß nicht mehr kandidierte. Als Vizepräsidenten für die beiden kommenden Jahre erhielten Heinrich Grieshaber (IHK Bodensee-Oberschwaben) und Burkhard Thost (IHK Nordschwarzwald) das Vertrauen.

Dr. Peter Kulitz ist neuer Präsident des BWIHK. (Foto: IHK Ulm)

Dr. Peter Kulitz ist neuer Präsident des BWIHK. (Foto: IHK Ulm)


Der 58-jährige promovierte Jurist Kulitz ist seit 1997 Geschäftsführer der ESTA Apparatebau in Ulm und war seit 2008 BWIHK-Vizepräsident. Als dringlichste Themen nannte Kulitz die Bereiche Fachkräftesicherung der Unternehmen durch Ausbildung angesichts des demografischen Wandels, die Energiepolitik sowie ein Vorantreiben der Verkehrsinfrastrukturprojekte in Baden-Württemberg.

In Anwesenheit von Ministerpräsident Stefan Mappus dankte Kulitz seinem Vorgänger Bernd Bechtold für dessen erfolgreiche Arbeit, an die er anknüpfen wolle: „Die Wirtschaft in Baden-Württemberg braucht eine starke und einheitliche Stimme, damit ihre Interessen und Bedürfnisse in der Politik ankommen – die Unternehmen brauchen eine durchsetzungskräftige  Kammerorganisation.“ Der Landesregierung bot er an, mit ihr in allen Fragen der Wirtschafts- und Mittelstandspolitik weiterhin vertrauensvoll und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Durch eine praxisnähere Zusammenarbeit könnten unnötige Doppelstrukturen und unwirksame Maßnahmen verhindert und eine bessere Wirtschaftsförderung erreicht werden. Der BWIHK unterstütze nachhaltig die Bemühungen, den Landeshaushalt zu konsolidieren.

Präsident Kulitz wies außerdem auf die erfolgreiche Kooperation der zwölf Industrie- und Handelskammern im Südwesten hin. Jede IHK betreue fachliche Themenfelder, wie die Bildungs-, Verkehrs-, Umwelt- oder Technologie- und Energiepolitik. Diese regionale Vielfalt sei die Stärke des BWIHK, der die Interessen von mehr als 534.000 Unternehmen vertritt.

Als bedeutendes Thema für seine Arbeit benannte Kulitz zuvorderst die Fachkräftesicherung für die Südwestunternehmen, da durch den demografischen Wandel hier in Zukunft eine deutliche Lücke bei qualifiziertem Personal wie auch jungen Menschen für die Ausbildung bestehen wird. Innerhalb von zehn Jahren wird die Zahl der Schüler voraussichtlich um ein Fünftel sinken. Somit fehlen der Wirtschaft in Baden-Württemberg nach einer BWIHK-Studie von Prof. Rürup im Jahr 2020 hunderttausende Fachkräfte, insbesondere auch im technischen Bereich. „Wir können es uns nicht mehr leisten, vor allem im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) Potenziale zu verschenken. Wir müssen weiter dafür sorgen, dass junge Menschen die richtigen Berufe in Ausbildung und Studium erlernen. Die Begeisterung für naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen sollte bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig geweckt werden. So eröffnet beispielsweise das von den IHKs mitgetragene Projekt ‘Haus der kleinen Forscher‘ vielen Kindern bereits im Vorschulalter spielerisch den Zugang zu Naturwissenschaft und Technik. Bei älteren Jugendlichen geben oft Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen die entscheidenden Impulse zur Berufswahl.“

(Redaktion)