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Wirtschaft | Do, 11.10.2012 09:08

Duale Berufsausbildung: Vorzeitige Vertragslösung kostet durchschnittlich 6.800 Euro

Wenn ein Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst wird, so bedeutet dies immer auch einen Verlust von personellen und finanziellen Ressourcen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat erstmals berechnet, wie hoch die Kosten von vorzeitigen Vertragslösungen im dualen Ausbildungssystem sind. Demnach fallen bei den untersuchten Berufe und Branchen für Unternehmen bis zum Zeitpunkt der Vertragslösung durchschnittlich Nettokosten in Höhe von 6.826 Euro an.


Werden diese Nettokosten bis zur Vertragslösung auf alle Vertragslösungen hochgerechnet, summieren sie sich für alle betroffenen Betriebe auf insgesamt rund 580 Millionen Euro für das Jahr 2007. Gesamtwirtschaftlich betrachtet fällt der Verlust jedoch bedeutend geringer aus, da nach vorliegenden Schätzungen etwa die Hälfte der Auszubildenden nach einer Vertragslösung wieder einen neuen Ausbildungsplatz annimmt. In diesen Fällen profitieren die Auszubildenden von der bis dahin erfolgten Ausbildung. Gleichzeitig kann der neue Betrieb hierauf aufbauen und hat daher einen insgesamt geringeren finanziellen Aufwand.

Für die aktuellen Berechnungen hat das BIBB 51 Berufe aus allen Branchen untersucht. Bei diesen lag die Quote der Vertragslösungen bei 20,5 %. Vorzeitig beendet wurden die Vertragsverhältnisse im Durchschnitt nach etwa zwölf Monaten. Dabei verzeichneten die betrachteten Berufe im Handwerk die höchste Vertragslösungsquote (rund 25 %), bei den Berufen im Öffentlichen Dienst waren es dagegen nur etwa 7 %. In den Freien Berufen wurden die Verträge im Durchschnitt schon nach etwa zehn Monaten gelöst, in den landwirtschaftlichen Berufen dagegen nach rund 15 Monaten.

Betrachtet man die Nettokosten für vorzeitige Vertragslösungen nach Branchen, so ergeben sich deutliche Unterschiede. Im Öffentlichen Dienst sowie im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel liegen sie bei rund 7.700 Euro, in den Freien Berufen dagegen bei knapp 3.200 Euro. Große Unterschiede treten auch bei der Betrachtung der jeweiligen Berufe zutage. So liegen die Nettokosten für Vertragslösungen bei Werkzeugmechanikern, Industriemechanikern, Anlagenmechanikern, Chemikanten sowie Druckern bei jeweils über 15.000 Euro. Bei Zahnmedizinischen Fachangestellten, Medizinischen Fachangestellten und Friseuren belaufen sich die Kosten dagegen nur auf rund 2.100 Euro. Am Ende der Skala der 51 untersuchten Berufe liegen die Bäcker mit Nettokosten von knapp 1.000 Euro.

(Redaktion)