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Vermischtes | Mo, 03.09.2012 09:27

Durchschnittsalter in Baden-Württemberg liegt bei 43 Jahren

Zum Jahresende 2011 war die Bevölkerung in Baden-Württemberg durchschnittlich 43 Jahre alt. Damit hält der demografische Wandel in Richtung einer Alterung der Einwohner im Land weiter an. Gegenüber 1970 ist das Durchschnittsalter um immerhin 8 Jahre und zum Vorjahr um 0,2 Jahre gestiegen. Das zeigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes.

Entwicklung des Durchschnittsalters der Bevölkerung in Baden-Württemberg seit 1995. (Grafik: Stat. Landesamt)

Entwicklung des Durchschnittsalters der Bevölkerung in Baden-Württemberg seit 1995. (Grafik: Stat. Landesamt)


Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre bis zum Jahr 2003 lag der jährliche Anstieg bei etwa 0,2 Jahren. Abgesehen vom Jahr 2008 fiel danach die Zunahme um 0,3 Jahre gegenüber dem Vorjahr bis zum Jahr 2010 etwas höher aus. Das Alter der Baden-Württembergerinnen lag im Durchschnitt bei 44,2 Jahren. Aufgrund der bei Frauen im Allgemeinen höheren Lebenserwartung fiel der Altersdurchschnitt der männlichen Bevölkerung Ende 2011 durchschnittlich um 2,4 Jahre niedriger aus (41,8 Jahre).

Für die 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs ergaben die Berechnungen des Durchschnittsalters für 2011 nach wie vor deutliche regionale Unterschiede. Hierbei lebte im Stadtkreis Baden-Baden, unverändert gegenüber den zurückliegenden Jahren, mit durchschnittlich 47,8 Jahren die älteste Bevölkerung (Frauen: 49,5 Jahre, Männer: 45,8 Jahre). Mit einen Alter von 41 Jahren hatte dagegen der Stadtkreis Freiburg im Breisgau (Frauen: 41,9 Jahre, Männer: 40 Jahre) die im Durchschnitt jüngste Bevölkerung und löste damit den Landkreis Tübingen (41,2 Jahre) als »langjährigen Spitzenreiter« ab. Das niedrige Durchschnittsalter der Einwohner in diesen beiden Kreisen ist unter anderem auf einen hohen Anteil an Studierenden zurückzuführen.

Die regionalen Unterschiede beim Durchschnittsalter für die 1.101 Gemeinden im Land fielen sogar noch höher aus als auf der Ebene der Stadt- und Landkreise. Hierbei haben insgesamt 10 Kommunen den hohen Wert der Stadt Baden-Baden (47,8 Jahre) noch übertroffen. Mit im Durchschnitt 51,7 Jahren hatte Ende 2011 die Ex- bzw. Enklave Büsingen am Hochrhein im Landkreis Konstanz die älteste Bevölkerung in Baden-Württemberg (Frauen: 52,5 Jahre, Männer: 50,8 Jahre). Es folgten Untermarchtal aus dem Alb-Donau-Kreis (50,7 Jahre) sowie die vom Kurbetrieb geprägte Kommune Badenweiler (49,6 Jahre) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Auf der anderen Seite der Skala lebte dagegen in der Gemeinde Riedhausen (Landkreis Ravensburg) mit einem Altersdurchschnitt von 36,5 Jahren zum Jahresende 2011 die jüngste Bevölkerung des Landes (Frauen: 37 Jahre, Männer: 36 Jahre). Die Kommune Wörnersberg (Landkreis Freudenstadt) hatte mit 37,1 Jahren die zweitjüngste Bevölkerung im Land, gefolgt von Fleischwangen (37,6 Jahre) aus dem Landkreis Ravensburg.

Die Gründe für die starken regionalen Unterschiede beim Altersdurchschnitt sind vielfältig. Maßgeblich wird die Altersstruktur der Bevölkerung und folglich das Durchschnittsalter durch die Geburtenrate bestimmt. Auch haben die Zahl der zu- oder wegziehenden Familien mit Kindern sowie die zuvor genannten Sondereinflüsse – ein hoher Anteil an Studierenden oder die Prägung einer Kommune durch Kurbetrieb – Einfluss auf die Höhe des Durchschnittsalters in einem Teilraum. Sowohl eine hohe Geburtenrate als auch der Zuzug junger Menschen wirken sich hierbei „dämpfend“ auf den Alterungsprozess aus.

Auch wenn sich die Bevölkerung insgesamt in den Stadt- und Landkreisen bzw. Gemeinden im Südwesten unterschiedlich entwickelt, wird die Zahl der älteren Menschen in Zukunft absolut als auch relativ im Vergleich zur Zahl junger Menschen ansteigen. Damit erhöht sich in Baden-Württemberg auch das Durchschnittsalter weiter und es ergeben sich so genannte Basiseffekte: In Gebieten mit einer heute noch jungen Bevölkerung wird der Alterungsprozess in der Regel dynamischer verlaufen. Dies ist dadurch begründet, dass derzeit stark besetzte jüngere Altersjahrgänge in ein höheres Alter hineinwachsen und nicht durch nachwachsende Generationen ausgeglichen werden. Dagegen wird in Gebieten, die bereits heute einen hohen Altersdurchschnitt aufweisen (z. B. Stadtkreis Baden-Baden), die Alterung eher langsamer ablaufen.

(Redaktion)