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Wirtschaft | Mi, 20.04.2011 09:20

„echtAlb – echt gut“: Erfolg mit regionalen Kooperationen

Die Alb ist ein Qualitätssiegel – so lauteten die einleitenden Worte von Landrat Thomas Reumann bei einer Veranstaltung von landwirtschaftlichen Erzeugern und Lebensmittelproduzenten in Römerstein-Böhringen auf der Schwäbischen Alb. Die Bauern und produzierenden Betriebe arbeiten hier Hand in Hand unter dem Logo „echtAlb – echt gut“ und haben sich zum Ziel gesetzt, heimische, hochwertige und genussvolle Produkte gemeinsam zu fördern.

Bei der Erzeugergemeinschaft „EchtAlb – echt gut“ arbeiten Landwirte Hand in Hand mit Lebensmittelproduzenten an der gemeinsamen Vermarktung regionaler Lebensmittel. (Quelle: Alb-Gold)

Bei der Erzeugergemeinschaft „EchtAlb – echt gut“ arbeiten Landwirte Hand in Hand mit Lebensmittelproduzenten an der gemeinsamen Vermarktung regionaler Lebensmittel. (Quelle: Alb-Gold)


Alb-Dinkel, - Büffel oder auch -Lamm stehen für die Kulturlandschaft der Alb und haben sich mittlerweile als Qualitätsprodukte am Markt etabliert. Weitere Unternehmen wollen nun unter dem Schirm des Qualitätszeichens folgen. Die Sicherung der Ernährung, die Wertschöpfung sowie der Erhalt der Arbeitsplätze in der Region stehen im Vordergrund. Um nach außen zu dokumentieren, was jeder einzelne Landwirt oder Lebensmittelhersteller dafür tut, hat Bäckermeister Heinrich Beck, einer der Initiatoren von „echtAlb – echt gut“, eingeladen. Er ist neben Nudelhersteller Alb-Gold auch eine der treibenden Kräfte im Projekt Schwäbischer Alb-Dinkel. Gemeinsam mit dem Trochtelfinger Unternehmen nimmt der Bäcker rund 550 Tonnen Bio-Getreide von den Albbauern ab.

Beck erklärte, dass noch vor 15 Jahren diese enge Kooperation zwischen Bauern und verarbeitenden Betrieben nicht denkbar gewesen wäre. Mittlerweile haben die Beteiligten erkannt, welches Potential darin liegt. Landwirtin Tanja Holzschuh, die Bio-Dinkel für Nudeln und Backwaren anbaut, bestätigte dies und findet die Art und Weise der Zusammenarbeit beachtlich. Sie zollte größten Respekt und lobte Beck dafür, dass ihm immer wieder gelinge, die Leute mitzunehmen. Mehr und mehr bekommt sie von Menschen in der Region Anerkennung dafür, dass sie Getreide für die  Lebensmittelherstellung anbaut. Für alle, so betonte die Bäuerin, gebe diese Wertschätzung ein Stück Heimatgefühl zurück.

Oliver Freidler, Mitglied der Geschäftsleitung bei Alb-Gold, betonte, wie wichtig diese regionalen Rohstoffe für die nachhaltige Lebensmittelproduktion wären. Bedauerlicherweise könne das Unternehmen derzeit nur auf Bio-Dinkel, -Emmer und -Einkorn aus der Region zurückgreifen. Es laufen aber Anbauversuche mit weiteren Getreidesorten, die mittelfristig in der Teigwarenherstellung eingesetzt werden sollen. Er bedankte sich bei den anwesenden Bauern für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit und hält dieses Kooperationsmodell für äußerst zukunftsfähig.

Sicherlich wäre es für den Großteil der anwesenden Lebensmittelhersteller günstiger, ihren Rohstoffbedarf über den Weltmarkt zu decken. Doch wer diesen scheinbar einfachen Weg nutzt, denkt zu  kurzfristig. Langfristig ist die Abdeckung mit regionalen Rohstoffen die sichere Variante. Jährlich werden die Anbaumengen und Rahmenbedingungen zwischen Landwirt und Produzent festgelegt. Die Preise werden fixiert, wobei es für extreme Schwankungen nach oben oder unten eine 50 Prozent-Klausel gibt. Dies bedeutet, dass der Abgabepreis bei extrem hohen Weltmarktpreisen sich um maximal 50 Prozent erhöhen und bei sehr niedrigen um höchstens 50 Prozent senken kann. Diese Abmachung gibt den Beteiligten eine gewisse Sicherheit für Extremsituationen, wie sie in den letzten Jahren verstärkt auch durch Rohstoffspekulanten aufgetreten sind.

Abschließend lobte Elke Weidinger, die Leiterin des Landwirtschaftsamtes Münsingen, die Anwesenden für ihre Aktivitäten und sicherte auch weiterhin die Unterstützung des Amtes zu. Sie freue sich über jedes Lebensmittel, welches von der Alb, für die Alb … und darüber hinaus produziert wird.

(Redaktion)