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Vermischtes | Mi, 13.10.2010 12:04

Einwohner der Landkreise Tübingen und Breisgau-Hochschwarzwald haben die höchste Lebenserwartung in Baden-Württemberg

Ein neugeborener Junge kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,8 Jahren hoffen, ein neugeborenes Mädchen sogar auf 83,4 Jahre. Dies geht aus den jüngsten Sterbetafelberechnungen für den Zeitraum 2007/09 hervor. Damit liegt die Lebenserwartung Neugeborener nach Angaben des Statistischen Landesamtes um rund neun bzw. zehn Jahre höher als zu Anfang der 70er-Jahre. Seinerzeit betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt 68,5 Jahre für Jungen und 74,5 Jahre für Mädchen. Seit Mitte der 90er-Jahre hat sich aber der Unterschied bei der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern nicht unerheblich verringert: Damals lebten die Frauen im Schnitt immerhin 6,4 Jahre länger als Männer, derzeit nur noch 4,6 Jahre.

Durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener in Baden-Württemberg seit 1949/51. (© Stat. LA BW)

Durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener in Baden-Württemberg seit 1949/51. (© Stat. LA BW)


Die stetig steigende Lebenserwartung ist vor allem auf die deutlich verringerte Säuglingssterblichkeit zurückzuführen. Diese ist nunmehr auf etwa ein Siebtel des Standes von 1970/72 zurückgegangen. Während Anfang der siebziger Jahre etwa 20 von jeweils 1 000 Lebendgeborenen im ersten Lebensjahr starben, sind es gegenwärtig nur ca. drei von 1 000 Neugeborenen. Aber auch im höheren Alter hat die Sterblichkeit aufgrund der verbesserten gesundheitlichen Vorsorge und Gesundheitsversorgung beträchtlich abgenommen. So können nach den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen 75-jährige Männer eine weitere Lebensdauer von durchschnittlich knapp 11 Jahren erwarten; Anfang der 70er-Jahre waren es lediglich etwa sieben Jahre. Bei den 75-jährigen Frauen sind es derzeit sogar annähernd 13 Jahre, 1970/72 waren es dagegen nur etwas mehr als acht Jahre. Baden-Württemberg hat seit Beginn der 70er-Jahre im bundesweiten Vergleich regelmäßig die höchste Lebenserwartung Neugeborener. Im Zeitraum 2006/08 lag die Lebenserwartung neugeborener Mädchen in Deutschland bei 82,4 Jahren, die der Jungen bei 77,2 Jahren. Damit haben baden-württembergische Jungen bei der Geburt die Aussicht auf eine um 17 Monate höhere Lebenserwartung als im Bundesdurchschnitt, bei den Mädchen sind es immerhin 11 Monate mehr.

Innerhalb des Landes weist die Bevölkerung des Landkreises Tübingen bei den Frauen die höchste Lebenserwartung auf, bei den Männern liegt sie dort gemeinsam mit dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald an der Spitze. Mit 84,4 Jahren bei den Frauen und 79,8 Jahren bei den Männern ist die Lebenserwartung immerhin jeweils genau um ein Jahr höher als landesweit. Am zweitlängsten leben – im Schnitt – die Frauen im Landkreis Böblingen und im Enzkreis. Am niedrigsten ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen in Mannheim und die der Männer im Landkreis Schwäbisch Hall.

Die Gründe für die regional unterschiedliche Lebenserwartung sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes vielfältig. Entscheidend hierfür dürfte nicht zuletzt das Bildungsniveau und die daraus resultierende Einkommenssituation sein: Je besser der Bildungsstand und die Einkommensverhältnisse, desto niedriger fällt tendenziell die Sterblichkeit aus.

Die höhere Lebenserwartung der Frauen gegenüber der der Männer ist teilweise genetisch bedingt, vor allem aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen: Frauen ernähren sich im Schnitt gesünder und sind deshalb seltener übergewichtig; sie setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben deutlich seltener Suizid und nehmen häufiger Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

(Redaktion)