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Vermischtes | Di, 17.07.2012 07:50

Einwohnerzahl Baden-Württembergs erreicht höchsten Stand seit 1952

Die Einwohnerzahl Baden-Württembergs ist im Jahr 2011 um etwa 32.300 Personen auf rund 10.786.200 Einwohner angestiegen. Damit hat die Einwohnerzahl einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2010 ist die Bevölkerungszahl lediglich um rund 9.000 angestiegen. In den Jahren 2008 und 2009 war die Zahl sogar zurückgegangen. Dies teilte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, am Montag mit.

Bevölkerungszunahme bzw. –abnahme in Baden-Württemberg seit 1990 differenziert nach dem Geburten- und Wanderungssaldo. (Grafik: Stat. Landesamt)

Bevölkerungszunahme bzw. –abnahme in Baden-Württemberg seit 1990 differenziert nach dem Geburten- und Wanderungssaldo. (Grafik: Stat. Landesamt)


Zwar hat sich nach Angaben des Statistischen Landesamtes das Geburtendefizit, also die Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen, von knapp 8.100 Personen im Jahr 2010 auf zuletzt 8.900 nochmals leicht vergrößert. Gleichzeitig hat sich aber auch der Wanderungsgewinn, also die Differenz zwischen Zu- und Fortziehenden, überraschend deutlich erhöht. 2010 lag das Wanderungsplus noch bei 17.300 Personen. Dagegen sind im vergangenen Jahr immerhin 41.500 Personen mehr nach Baden-Württemberg zu- als fortgezogen; das war der höchste Wanderungsgewinn seit dem Jahr 2002.

Von den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs konnten im vergangenen Jahr immerhin 31 ihre Einwohnerzahl steigern. Unter ihnen gab es 12 Kreise, bei denen der Anstieg bei über 1.000 Personen lag. Den mit Abstand stärksten Bevölkerungszuwachs verzeichnete die Landeshauptstadt Stuttgart mit einem Plus von rund 6.800 Personen. Die stärksten Bevölkerungsrückgänge gab es dagegen im Landkreis Freudenstadt (-1.200), im Neckar-Odenwald-Kreis (−800) sowie im Zollernalbkreis (−700) und im Landkreis Rottweil (−600).

Der Stadtkreis Stuttgart mit dem höchsten Bevölkerungszuwachs hat hierbei sowohl von einem Geburtenüberschuss – also mehr Geburten als Sterbefälle – als auch von Wanderungsgewinnen – mehr Zu- als Fortzüge – profitiert. Diese günstige Konstellation gab es im vergangenen Jahr in immerhin noch acht weiteren Kreisen: In den Stadtkreisen Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Ulm und Heilbronn sowie in den Landkreisen Tübingen, Ludwigsburg, Böblingen und Biberach. Dagegen waren im vergangenen Jahr in acht überwiegend ländlich strukturierten Kreisen sowohl der Geburten- als auch der Wanderungssaldo negativ.

Vor allem die vollständige Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes seit dem 1. Mai 2011 für Bürger von acht osteuropäischen Staaten in Verbindung mit einer weiterhin günstigen Arbeitsplatzentwicklung im Südwesten könnte dazu führen, dass die Zuwanderung in diesem und in den nächsten Jahren auf dem derzeitigen, relativ hohen Niveau verharrt. Zwar ist davon auszugehen, dass die Zahl der Zuzüge aus den neuen Bundesländern weiter zurückgehen wird – dennoch dürfte die Bevölkerungszahl im Land aufgrund des insgesamt relativ hohen Zuwanderungsniveaus zunächst weiter ansteigen.

Mittel- und langfristig erwartet das Statistische Landesamt aber, dass die Einwohnerzahl im Südwesten zurückgehen wird. Denn aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung – immer mehr ältere stehen immer weniger junge Menschen gegenüber – wird sich das Geburtendefizit stetig vergrößern. Die zu erwartenden künftigen Wanderungsgewinne werden dann aller Voraussicht nach das deutlich steigende Geburtendefizit nicht mehr kompensieren können.

(Redaktion)