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Wirtschaft | Do, 28.02.2008 19:45

E.on will sein Stromnetz verkaufen

Von: Oliver Irmer - Wirtschaft-Südwest-Redaktion

Stromkonzerne wollen Forderung der EU-Kommission nachkommen


Nachdem die Europäische Kommission gefordert hat, dass Energiekonzerne ihre Übertragungsnetze verkaufen, knickt nun E.on als erster ein und bietet sein Netz an. Wie E.on heute mitteilte, sei man durchaus bereit sein Netz an einen Betreiber zu verkaufen. Weiterhin könne man etwa 4800 Megawatt Kraftwerksleistung an einen Mitbewerber veräußern.

Diese Vorschläge würden der Europäischen Kommission ausreichen, um ein Kartellverfahren gegen E.on einzustellen.

Der „Rheinischen Post“ zufolge wollen sich sogar alle großen Stromproduzenten von ihren Netzen trennen. Dass Stromproduktion und Stromnetze bei den großen Versorgern in einer Hand liegen, gilt als ein Hauptgrund für den mangelnden Wettbewerb und die überhöhten Strompreise in Deutschland.

Bundeskanzlerin Merkel ist laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ von dem Vorhaben nicht begeistert, weil sich die Bundesregierung seit Monaten gegen Pläne der EU-Kommission für eine eigentumsrechtliche Entflechtung von Stromnetz und Produktion gewehrt und schließlich auch Verbündete für eine Alternativlösung gefunden hatte.

Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) sieht die Pläne eher skeptisch. Aus Sicht der Stromverbraucher verspreche ein Verkauf der Netze keine wirklich sinkenden Strompreise, sagte er. Grünen-Bundestags-Fraktionsvize Bärbel Höhn äußerte sich in die gleiche Richtung. „Das riecht nach einem Ablenkungsmanöver. E.on wird nicht freiwillig eine seiner Gelddruckmaschinen verkaufen, wenn es nicht unbedingt muss“, sagte sie.