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| Fr, 24.07.2009 10:56

Eröffnung des Dornier Museums in Friedrichshafen

„Ich bin mir sehr sicher, dass das neue Dornier Museum ein Anziehungspunkt wird und viele Menschen für die Luft- und Raumfahrt begeistern wird.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am Donnerstag, 23. Juli 2009, bei der feierlichen Eröffnung des Museums in Friedrichshafen.

Dornier Museum Friedrichshafen (Foto: Florian Holzherr)

Dornier Museum Friedrichshafen (Foto: Florian Holzherr)


Der Minister, der die Grüße und besten Wünsche von Ministerpräsident Günther H. Oettinger und der gesamten Landesregierung überbrachte, erinnerte an die erste Mondlandung. „40 Jahre danach, fast auf den Tag genau, sind wir hier zur Eröffnung des Museums versammelt und ungebrochen fasziniert von der Luft- und Raumfahrt“, sagte Rech. In Mannheim, Stuttgart und Friedrichshafen sei Weltgeschichte in Sachen Technik geschrieben worden, Ferdinand Graf von Zeppelin, Wilhelm und Karl Maybach seien vor rund 100 Jahren hier am See die Pionierunternehmer gewesen. Claude Dornier habe in dieser Zeit bei der Luftschiffbau Zeppelin begonnen und eine eigene Abteilung bekommen. Diese „Do“ sei zur Keimzelle des späteren Unternehmens Dornier geworden.

Rech: „Die Leistungen von Claude Dornier für die Entwicklung der Internationalen Luftfahrt waren phänomenal - und dies in mehrfacher Hinsicht.“ Mit seinen Flugzeugkonstruktionen sei er in neue Dimensionen vorgestoßen, neue Technik und neue Werkstoffe hätten dazu beigetragen. Im Flugzeug von Europa nach Amerika in einem Tag zu gelangen - das sei wahrlich revolutionär gewesen. Die mächtigen Flugboote seien technische und ästhetische Wunderwerke, die bis heute die Phantasie von Flugzeug-Liebhabern in aller Welt beschäftigten. Claude Dornier habe die ersten Großraumflugzeuge gebaut und sei der Vorreiter des industriellen Flugzeugbaus gewesen.

„Das Dornier Museum erzählt von großen Abenteuern, von Mut und Pioniergeist, von Erfolgen und Rückschlägen. Es erzählt eine wahre Geschichte, die bis heute fortwirkt“, sagte Rech. Die Dornier-Tradition sei auch in die heutige EADS eingeflossen. In Friedrichshafen und in Lampoldshausen produziere die EADS Astrium Raumfahrttechnik der Spitzenklasse, aus Friedrichshafen stamme der Satellit Terrasar-X, der hochgenaue Bilder der Erdoberfläche liefere, die unter anderem für den Katastrophenschutz eingesetzt würden. Ein weiteres Beispiel sei das Antriebssystem des europäischen Raumtransporters „Jules Verne“, das in Lampoldshausen entwickelt und gefertigt worden sei.

Baden-Württemberg spiele in der Luft- und Raumfahrtindustrie eine bedeutende Rolle. Über 12.000 Arbeitsplätze gebe es in diesem Bereich. Über 40 Prozent der bundesweiten Kapazitäten im Bereich Raumfahrt entfielen auf Baden-Württemberg. Auch der Nachwuchs komme aus dem Land. Die Universität Stuttgart sei bundesweit die einzige zivile Universität mit einer Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik. Zwei Drittel aller deutschen Raumfahrtingenieure und ein Drittel der Luftfahrtingenieure würden hier ausgebildet. Ab Oktober könnten junge Menschen an der Dualen Hochschule Ravensburg/Standort Friedrichshafen den ersten Studiengang für Luft- und Raumfahrttechnik belegen.

Rech betonte, dass das Land mit der Industrialisierung groß geworden sei: „Persönlichkeiten wie Claude Dornier haben dafür den Grundstein gelegt, aber auch Graf Zeppelin, Hellmut Hirth, Ernst Heinkel und Hanns Klemm, die es gewagt und geschafft haben, ihre technischen Visionen in die Wirklichkeit umzusetzen.“

Der Innenminister ging auch auf die derzeitige Finanzmarktkrise ein, die sich zu einer Krise der Weltwirtschaft ausgewachsen habe. Auch Baden-Württemberg stehe derzeit vor einer harten Belastungsprobe. Genauso wenig, wie sich Ausmaß und Folgen der Krise für die Weltwirtschaft abschätzen ließen, könne man derzeit die Auswirkungen auf die baden-württembergische Industrie ermessen. Aber die Unternehmen seien auf die Krise gut vorbereitet. Rech: „Wir müssen uns aber im klaren darüber sein, dass für unsere Wettbewerbsfähigkeit vor allem unser Know-how und die daraus erwachsenden Innovationen entscheidend sind.“

In Friedrichshafen gebe es seit heute mit dem Zeppelin Museum und dem Dornier Museum gleich zwei Orte, wo in packender Weise von bahnbrechenden Innovationen der Luft- und Raumfahrttechnik erzählt werde. Rech: „Ich danke allen, die sich für das Dornier Museum eingesetzt haben, ganz herzlich für ihr großes finanzielles und persönliches Engagement. Mein besonderer Dank gilt der Dornier-Stiftung und Silvius und Cornelius Dornier, den Kooperationspartnern Daimler AG, EADS, ESA und Lufthansa Technik und dem Freundes- und Förderkreis des Museums.“

(Quelle: Innenministerium)