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| Do, 09.04.2009 09:41

Eröffnungsausstellung in Baden-Baden: Reisen. Ein Jahrhundert in Bewegung

Das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden eröffnet mit einzigartigem Konzept

Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden, © Wolfgang Breyer

Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden, © Wolfgang Breyer


Mit der Ausstellung „Reisen. Ein Jahrhundert in Bewegung“ eröffnet das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts am 9. April in der Lichtentaler Allee den von der Grenke Stiftung getragenen Neubau im Anwesen Kulturhaus LA8 in Baden-Baden. Das Museum – in seiner Konzeption ist es einzigartig in der Museumslandschaft Deutschlands – widmet sich in halbjährlich wechselnden Themenausstellungen den intensiven Wechselwirkungen von Kunst und Technik im 19. Jahrhundert. Damit wird die Baden-Badener Museumsmeile an der Lichtentaler Allee inhaltlich um eine profilierte Institution ergänzt.

Innerhalb der thematischen Schwerpunkte von Rheinromantik, Sehnsucht nach dem Süden, Exotik und Simulation des Reisens kann sich der Betrachter auf eine Zeitreise begeben und die Sichtweisen des 19. Jahrhunderts kennen lernen. Dem Ausstellungsbesucher erschließt sich die Entwicklung von Mobilität, die anfänglich nur wenige Menschen betrifft, später jedoch in der Realität sowie in den Phantasien der Menschen zu einem Massenphänomen wird.

Die Werke der berühmten Maler jener Zeit, u. a. Carl Blechen, Johann Wilhelm Schirmer, Carl Friedrich Lessing und Andreas Achenbach, machen die Begeisterung der Künstler für unwegsame Natur, historische Ruinen, vor allem aber für die romantische Landschaft entlang des Rheins sichtbar. Carl Spitzwegs „Landschaft mit Postkutsche“ zeigt die zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch am weitesten verbreitete Methode des Reisens neben dem beschwerlichen Fußmarsch.

Dem Besucher erschließt sich eine Welt des Reisens mit Hilfe von Kutsche, Dampfschiff und Eisenbahn, Fahrrad, Motorrad und Automobil, fernab heutiger Vorstellungen von Technik und Infrastruktur. Im Untergeschoss des Museums wird eine neuartige Stereoskopie-Projektion präsentiert, die einer Zeitreise gleich, das Baden-Baden des 19. Jahrhunderts räumlich erlebbar macht.

Fotografie, Kartografie und Geografie zeigen ein Bild der Welt, das die Ferne ins eigene Heim holte. Reisespiele bereiteten auf touristische Ausflüge vor, suggerierten die Erkundung von Städten und Landstrichen auf dem Spielbrett. Reiseführer und Faltpläne mit Verzeichnissen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigten sich nicht nur als praktische Begleiter während der Reise, sondern gleichzeitig auch als Zeugnis des Erlebten. Wie Trophäen abenteuerlicher Erkundungen wurden Präparate exotischer Tiere aller Kontinente dem staunenden Publikum zu Hause präsentiert.

Quelle: Kulturhaus LA8