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Wirtschaft | Di, 27.03.2012 10:46

Erstmals über 5,7 Millionen Erwerbstätige in Baden-Württemberg

Im Jahr 2011 hatten erstmals mehr als 5,7 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz in Baden-Württemberg. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm jahresdurchschnittlich dank kräftiger konjunktureller Impulse gegenüber dem Vorjahr um fast 89.000 oder 1,6 Prozent auf 5,73 Millionen zu. Dies teilt das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ mit.


Mit dem Zuwachs von insgesamt 95.000 Stellen in den Jahren 2010 und 2011 konnte der durch die Wirtschaftskrise bedingte Verlust von fast 42.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2009 ausgeglichen und das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2008 um mehr als 53.000 übertroffen werden (+ 0,9 Prozent). Besonders vom kräftigen Zuwachs an Arbeitsplätzen profitiert haben im Jahr 2011 die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Zahl um 82.000 auf fast 5,13 Mill. zunahm (+ 1,6 Prozent). Die Zahl der Selbstständigen erhöhte sich dagegen lediglich um 7.000 auf gut 600.000 (+ 1,1 Prozent).

Die größten Gewinner unter den Arbeitnehmern waren die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die mit einem Anteil von 70 Prozent an allen Erwerbstätigen die mit Abstand größte Gruppe der Erwerbstätigen darstellen. Zur Jahresmitte 2011 standen in Baden-Württemberg nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit 3,98 Millionen Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, 96.000 oder 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Dienstleistungsunternehmen haben in den Jahren 2010 und 2011 ganz wesentlich dazu beigetragen, dass sich der Beschäftigungsmarkt im Südwesten so rasch von der vorangegangenen Wirtschaftskrise erholt hat. Im Jahr 2011 arbeiteten dort insgesamt 3,87 Millionen Erwerbstätige, das sind 68 Prozent aller Erwerbstätigen. Mit einem Stellenplus von fast 33.000 im Jahr 2010 und über 62.000 im Jahr 2011 entstanden im Dienstleistungssektor in den letzten beiden Jahren zusammen alleine 95.000 zusätzliche Arbeitsplätze (+ 2,5 Prozent). Demgegenüber betrug im Produzierenden Gewerbe das Stellenplus der letzten beiden Jahre lediglich rund 3.500. Dort stieg im Jahr 2011 nach dem durch die Wirtschaftskrise bedingten kräftigen Stellenabbau in den Jahren 2009 und 2010 erstmals wieder die Zahl der Erwerbstätigen um fast 27 000 auf 1,79 Millionen Erwerbstätige (+ 1,5 Prozent). Maßgeblich hierfür war das Verarbeitende Gewerbe (+ 24.000 Erwerbstätige). In der Land- und Forstwirtschaft gingen in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt rund 3.500 Arbeitsplätze verloren.

Die positive Entwicklung im Dienstleistungssektor wurde im Wesentlichen von der Zeitarbeitsbranche, die zur Gruppe der Unternehmensdienstleister gehört, sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen getragen. In den Jahren 2010 und 2011 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche um fast 47.000 auf über 99.000 gestiegen (+ 88,5 Prozent), hat sich also annähernd verdoppelt. Im Gesundheits- und Sozialwesen erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten beiden Jahren um insgesamt fast 25.000 auf nunmehr 448.000 (+ 5,8 Prozent). Damit stellten alleine diese beiden Branchen mit einem Zuwachs um gut 71.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze drei Viertel des gesamten Erwerbstätigenzuwachses im Dienstleistungssektor (+ 95.000 Erwerbstätige).

Im Bundesländervergleich lag Baden-Württemberg 2011 mit einem Stellenzuwachs um 1,6 Prozent gemeinsam mit Niedersachsen nach Bayern auf Platz zwei. Die Spannweite der Erwerbstätigenentwicklung der Länder reichte von + 2,0 Prozent in Bayern bis – 0,6 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Der bundesweite Erwerbstätigenzuwachs betrug 1,3 Prozent. Spiegelbildlich zum Zuwachs an Arbeitsplätzen ging die Arbeitslosigkeit 2011 kräftig zurück. Nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Südwesten durchschnittlich rund 227.000 Menschen arbeitslos, fast 46.000 oder 16,8 Prozent weniger als im Jahr 2010. Die auf alle zivilen Erwerbspersonen bezogene Arbeitslosenquote sank auf 4,0 Prozent, den nach Bayern bundesweit zweitniedrigsten Wert.

(Redaktion)