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Wirtschaft | Mi, 27.06.2012 08:11

Erwerbstätige in Baden-Württemberg arbeiteten 2011 rund 181 Millionen Stunden mehr

In Baden-Württemberg arbeiteten im Jahr 2011 die 5,73 Millionen Erwerbstätigen insgesamt fast 8 Milliarden Stunden. Das waren rund 181 Millionen Stunden bzw. 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. das Niveau der geleisteten Arbeitsstunden lag damit noch um rund 34 Millionen Stunden unter seinem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2008 (– 0,4 Prozent). Die Zahl der erwerbstätigen Personen im Jahr 2011 hat das Vorkrisenniveau von 2008 bereits um 53.000 übertroffen (+ 0,9 Prozent) und einen neuen Höchststand erreicht. Das berichtet das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“.

Erwerbstätige und geleistete Arbeitsstunden in Baden-Württemberg 2008 bis 2011. (Grafik: Stat. Landesamt)

Erwerbstätige und geleistete Arbeitsstunden in Baden-Württemberg 2008 bis 2011. (Grafik: Stat. Landesamt)


Das Niveau der geleisteten Arbeitsstunden war nach den arbeitsplatzerhaltenden Maßnahmen in Form eines Abbaus von Arbeitszeitguthaben und der massiven Ausweitung der Kurzarbeit im Jahr 2009 um 5,0 Prozent gesunken, deutlich stärker als die Zahl der erwerbstätigen Personen (– 0,7 Prozent). Mit der kräftigen konjunkturellen Erholung in den Jahren 2010 und 2011 stieg das Arbeitsvolumen insbesondere wegen des Abbaus der konjunkturellen Kurzarbeit, aber auch wegen Neueinstellungen zwar wieder um 2,4 bzw. 2,3 Prozent. Von den Neueinstellungen profitierten jedoch in erster Linie Arbeitnehmer mit Teilzeitverträgen oder mit geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen im Nebenjob, die wegen ihrer eingeschränkten Arbeitszeit nur in begrenztem Umfang zu einem Anstieg der geleisteten Arbeitsstunden beigetragen haben.

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitszeit, also die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen, hat sich in Baden-Württemberg im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 1 390 erhöht. Seit dem Krisenjahr 2009 ist die Pro-Kopf-Arbeitszeit in keinem anderen Bundesland prozentual so stark gestiegen wie in Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr arbeitete ein Erwerbstätiger durchschnittlich 42 Stunden oder 3,1 Prozent mehr als 2009. Bundesweit betrug der vergleichbare Zuwachs lediglich 30 Stunden oder 2,2 Prozent. Prozentual am stärksten stieg 2011 gegenüber dem Vorjahr im Südwesten die Pro-Kopf-Arbeitszeit im Verarbeitenden Gewerbe, nachdem bei guter Konjunktur die Kurzarbeit stark zurückgeführt und Arbeitszeitkonten wieder aufgefüllt wurden. Dort stieg die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen um 2,4 Prozent auf 1.434 Stunden, mehr als dreimal so stark wie in der Gesamtwirtschaft (+ 0,7 Prozent). Im Vergleich zum Verarbeitenden Gewerbe wurde in den Dienstleistungsbereichen mit 1.344 Stunden je Erwerbstätigen weniger, in der Land- und Forstwirtschaft und im Baugewerbe mit 1.821 bzw. 1.633 Stunden je Erwerbstätigen dagegen deutlich länger gearbeitet.

Das Niveau der durchschnittlich geleisteten Arbeitszeit je Erwerbstätigen fällt im Bundesländervergleich recht unterschiedlich aus und reichte im vergangenen Jahr von 1.516 Stunden in Brandenburg bis 1.373 Stunden in Rheinland-Pfalz. Baden-Württemberg war mit 1.390 Stunden bundesweit das Bundesland mit der sechstniedrigsten Pro-Kopf-Arbeitszeit. Die unterschiedlichen Arbeitspensen je Erwerbstätigen haben jedoch nichts mit dem unterschiedlichen Fleiß der Beschäftigten in den Bundesländern zu tun, sondern mit einer Vielzahl ganz anderer Faktoren wie der Branchenstruktur in den Ländern, den tariflichen Arbeitszeitregelungen in den einzelnen Branchen sowie der Bedeutung der Mini- und Teilzeitjobs in den Ländern.

(Redaktion)