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Wirtschaft | Do, 13.12.2012 12:58

Erwerbstätigkeit in Baden-Württemberg bleibt auch im dritten Quartal stabil

In Baden-Württemberg gab es im dritten Quartal 2012 fast 5,83 Millionen Arbeitsplätze. Das waren 72.200 oder 1,3 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Wegen der schwächeren konjunkturellen Impulse fiel der Erwerbstätigenzuwachs verhaltener aus als noch in den ersten beiden Quartalen 2012 (1. Quartal: +94.500 Erwerbstätige, 2. Quartal: +83.400). Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des „Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ feststellt, präsentierte sich der Arbeitsmarkt im Südwesten dennoch in robuster Verfassung.


Aktuell lag der Südwesten nach Berlin, Hamburg und Bayern auf Platz vier im Bundesländerranking. Die Spannweite bei der Erwerbstätigenentwicklung reichte dabei von −0,9 Prozent in Sachsen-Anhalt bis +2,4 Prozent in Berlin. Bundesweit nahm die Zahl der Arbeitsplätze im 3. Quartal 2012 lediglich um 0,9 Prozent zu. Konjunkturelle Bremsspuren zeigt auch der Vergleich mit dem Vorquartal. Im 3. Quartal 2012 stieg die Zahl der Arbeitsplätze mit einem Plus von 23 300  oder 0,4 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2012 nicht mehr so stark wie noch ein Jahr zuvor (+34 600 oder +0,6 Prozent).

Im 3. Quartal 2012 gab es wiederum in allen großen Teilen der Wirtschaft Baden-Württembergs gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal positive Beschäftigungsentwicklungen. Der Stellenzuwachs verlor jedoch in den meisten Wirtschaftsbereichen an Schwung. Die mit Abstand größten Arbeitsplatzgewinne erzielte erneut der Dienstleistungssektor, wo sich die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr um 48.300 bzw. 1,2 Prozent erhöhte. Ausschlaggebend hierfür waren die Bereiche Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (+1,5 Prozent) und Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+1,3 Prozent).

Die Erwerbstätigenentwicklung im Bereich Finanz- Versicherungs- und Unternehmensdienstleister einschließlich Grundstücks- und Wohnungswesen stand dagegen stark unter dem Eindruck des Stellenabbaus in der Zeitarbeitsbranche, so dass dort nach den kräftigen Stellenzuwächsen im dritten Quartal per Saldo lediglich noch 7.100 Arbeitsplätze entstanden. Im Produzierenden Gewerbe gab es insgesamt 23.100 Arbeitsplätze mehr als ein Jahr zuvor (+1,3 Prozent), darunter alleine 19.600 im Verarbeitenden Gewerbe (+1,4 Prozent). Im Baugewerbe verstärkte sich dagegen im 3. Quartal sogar der Stellenzuwachs gegenüber dem Vorjahr auf 4.300 (2. Quartal 2012: +3.800).

Von der günstigen Arbeitsplatzbilanz im Land profitierten die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die 70 Prozent aller Erwerbstätigen ausmachen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im September 2012 auf rund 4,13 Millionen. Damit lag sie um 73.100 über dem entsprechenden Vorjahreswert (+1,8 Prozent).

Die positive Erwerbstätigenentwicklung im Land dürfte sich weiter fortsetzen. Einige Frühindikatoren deuten aber darauf hin, dass sich der Zuwachs an Arbeitsplätzen weiter verlangsamen wird. Die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts, die der Erwerbstätigenentwicklung zeitlich vorausläuft, zeigt seit geraumer Zeit eine abgeschwächte Dynamik. Auch liegt die Zahl der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche, die als Vorbote insbesondere für die Beschäftigungssituation im Verarbeitenden Gewerbe gilt, bereits seit März 2012 unter den entsprechenden Vorjahreswerten. Nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit arbeiteten im September 92.300 Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche, 9.600 oder 9,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt seit August 2012 über den vergleichbaren Niveaus des Vorjahres. Dabei verstärkte sich der prozentuale Anstieg von Monat zu Monat. Im November waren 217.600 Menschen im Land arbeitslos, 13.900 oder 6,8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote blieb mit 3,8 Prozent dennoch gering. In keinem anderen Bundesland außer Bayern (3,4 Prozent) war sie so niedrig wie im Südwesten. Im November 2012 gab es im dritten Monat in Folge einen Rückgang bei der Zahl der gemeldeten Stellen gegenüber den vergleichbaren Vorjahresmonaten. Ihre Zahl sank zuletzt um 7.500 oder 9,8 Prozent auf 69.300.

(Redaktion)