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Unternehmensnachfolge | Mi, 12.06.2013 13:47

Etappen der Unternehmensnachfolge

Als Eigentümer hat man jede Menge unternehmerischer Erfahrung und weiß, worauf es ankommt, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Auch erste Überlegungen, wer einmal das Unternehmen weiterführen soll, sind wichtig. Dabei treten Fragestellungen auf, mit denen Unternehmer noch nicht konfrontiert wurden. Daher sollten frühzeitig kompetente Berater in die Pläne einbezogen werden. Vor allem bei der familieninternen Übertragung überwiegen oft emotionale Entscheidungskriterien, die sich nicht an den eigentlichen Bedürfnissen des Unternehmens orientieren. Nicht immer ist der eigene Nachkomme willens oder in der Lage, ein Unternehmen erfolgreich weiterzuführen.


Doch selbst, wenn es einen geeigneten Nachfolger in der Familie gibt, kostet es Überwindung, sich von seinem Lebenswerk zu lösen und einem anderen seinen Platz zu überlassen. Andererseits zeugt es von hoher unternehmerischer Verantwortung, das eigene Lebenswerk in gutem Zustand an einen geeigneten Nachfolger zu übergeben. Die erfolgreiche Gestaltung des Übergabeprozesses gehört daher zu den wichtigsten unternehmerischen Herausforderungen. Planen Sie etwa fünf Jahre ein, um Ihr Unternehmen, aber auch sich selbst, auf die Nachfolge vorzubereiten. Legen Sie frühzeitig die einzelnen Etappen fest, die Sie für die Vorbereitung der Unternehmensübertragung bewältigen müssen. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Planung u. a. folgende Aufgaben:

  • Bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die Übergabe vor. Der Betrieb sollte wirtschaftlich rentabel und wettbewerbsfähig sein.
  • Informieren Sie sich über die aktuellen steuerlichen und rechtlichen Konsequenzen einer Übertragung. Gegebenenfalls ist es ratsam, die Rechtsform zu wechseln.
  • Prüfen Sie, ob Ihre bisherige Altersvorsorge ausreichend ist oder ob Sie zusätzlich auf den Erlös aus der Unternehmensveräußerung angewiesen sind. Stellen Sie auch fest, ob der von Ihnen avisierte Unternehmensausstieg zeitlich mit der Fälligkeit Ihrer privaten Vorsorgekomponenten korrespondiert (Fälligkeit von Versicherungen etc.).
  • Stellen Sie fest, welche erbrechtlichen Regelungen und Ansprüche mit der Übertragung des Unternehmens verbunden sind.
  • Und schließlich: Planen Sie für die Zukunft: Was werden Sie nach dem Ausstieg aus Ihrem Unternehmen tun?

Nehmen Sie auf jeden Fall die Hilfe Ihres Unternehmens- und Steuerberaters sowie Notars und Rechtsanwalts in Anspruch. Um mögliche Konflikte zu vermeiden bzw. rasch beizulegen, kann es sinnvoll sein, bei Gesprächen zwischen Ihnen und dem Nachfolger sowie Ihrer Familie, Führungskräften und Mitarbeitern einen externen Moderator hinzuzuziehen.

Das Projekt Nachfolge braucht Sie mit all Ihren Erfahrungen und Visionen und ist so wichtig, dass es allerhöchste Priorität und einen ausreichenden Zeitrahmen verdient.

Zum Autor: Andreas Dufner ist Geschäftsführer des IBF-Instituts für Betriebsführung AG (www.ibf.de) und berät Kunden zu Themen im Bereich Finanzierung.