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Wirtschaft | Mi, 13.10.2010 11:11

Europa auf dem Weg zur Innovationsunion

Mit ihrem Strategiepapier zur Innovationsunion will die Europäische Kommission Europas Innovationsfähigkeit im globalen Wettbewerb steigern. Mit seiner Veranstaltung am 12. Oktober in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union in Brüssel hat das Steinbeis-Europa-Zentrum in Kooperation mit der Landesvertretung und dem Wissenschaftsministerium die Initiative ergriffen, dieses frisch veröffentlichte Strategiepapier zu präsentieren und mit Vertretern der Europäischen Kommission zu diskutieren.


Innovation gilt als Schlüssel für nachhaltiges Wachstum, Wohlstand und sozial gerechte Gesellschaften. Die Europäische Kommission hat am 6. Oktober, als Teil ihrer Strategie Europa 2020, ein Dokument zur Innovationsunion herausgegeben. Diese unter Mitwirkung mehrerer Generaldirektionen auf höchster politischer Ebene erarbeitete Innovationsstrategie will den aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, demographischer Wandel und Energienutzung die Stirn bieten. Sie will die Aktionen der europäischen Regionen, Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission in diesen Bereichen bündeln und aufeinander abstimmen. Maßnahmen des öffentlichen Sektors sollen die Wirtschaft anregen und innovative Produkte leichter auf den Markt bringen.

„Europa und damit Deutschland und Baden-Württemberg haben im globalen Wettbewerb nur dann eine Chance, wenn die Ideen der Forscher nicht in ihrer Schublade liegen bleiben, sondern den Weg zu Unternehmen und auf den Markt finden. Die Innovationsunion gibt uns nun die Möglichkeit, diesen Weg zu verkürzen, zum Beispiel durch ein EU-Patent. Das Steinbeis-Europa-Zentrum beteiligt sich aktiv an den Diskussionen und Planungen auf europäischer Ebene, um das Land Baden-Württemberg und seine Bedürfnisse nach Europa und in europäische Entscheidungen einzubringen“, betonte Prof. Norbert Höptner, Europabeauftragter des Wirtschaftsministers Baden-Württemberg und Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums am 12.10.2010 in Brüssel.

Klaus Tappeser, Ministerialdirektor im Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg sagte: „Mit der Innovationsunion will die EU den Technologietransfer in Europa stärken. Die Regionen als Keimzellen für Innovationen sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Das unterstützen wir. Wir halten die Innovationsunion für wegweisend für die europäische Forschungspolitik und engagieren uns deshalb als erstes Bundesland bei ihrer weiteren Ausgestaltung. Nirgendwo in Europa wird mehr für Forschung und Innovation getan als in Baden-Württemberg. Wir setzen auf eine intensive Zusammenarbeit der Hochschulen mit Unternehmen, zum Beispiel in den Industry on Campus-Projekten. Diese Modelle wollen wir in die Diskussion einbringen.“

Schlüsselelemente der Innovationsunion sind europäische Innovationspartnerschaften, die die Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Akteuren in gesellschaftlich wichtigen Bereichen und für die Innovationskraft zentralen Gebieten anregen. Eine zentrale Rolle wird das 8. Forschungsrahmenprogramm ab dem Jahr 2014 spielen. Das Urheberrechtsystem soll modernisiert und vereinfacht werden, zum Beispiel durch die Einführung eines „EU-Patents“. Damit soll eine schnellere Einführung von Innovationen in den Markt gesichert werden.

Experten der Europäischen Kommission, die an der Erstellung des Dokuments mitgewirkt haben, präsentierten die Innovationsunion am 12. Oktober bei der Veranstaltung des Steinbeis-Europa-Zentrums (SEZ) in der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Brüssel. 80 Teilnehmer, ein Großteil davon aus europäischen Institutionen und baden-württembergischen Ministerien, beteiligten sich an der anschließenden Diskussion.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat bereits im Jahr 1990 den ersten Europabeauftragten des Wirtschaftsministers ins Amt berufen. Als wichtiger Akteur der Wirtschaftsförderung wurde ebenfalls vor 20 Jahren das Steinbeis-Europa-Zentrum als seine operative Einheit mit Sitz in Stuttgart gegründet, dem im Jahr 2000 ein weiteres Büro in Karlsruhe folgte. Das Steinbeis-Europa-Zentrum ist Teil des erfolgreichen Steinbeis-Verbundes und führt mit mittlerweile über 30 Mitarbeitern in Stuttgart und Karlsruhe die Unternehmen im Land an EU-Förderprogramme heran. Es sorgt dafür, dass die europäischen Fördergelder kleinen und mittleren Unternehmen in Baden-Württemberg zugute kommen. Im Jahr 2009 ist es dem SEZ gelungen, über 9,8 Mio. EU-Fördermittel nach Baden-Württemberg zu holen. Aus einem ersten eigenen EU-Projekt im Jahr 1993 sind einige hundert Kooperationsprojekte von Unternehmen entstanden sowie aktuell 24 eigene EU-Projekte mit 222 Partnern in 33 Ländern.

(Redaktion)