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Wirtschaft | Do, 21.02.2013 08:51

Eurozone wächst erst 2014 wieder

Infolge eines schwächeren außenwirtschaftlichen Umfelds ist die gesamtwirtschaftliche Produktion im Euroraum im Jahr 2012 um 0,5 Prozent geschrumpft. Auch eine ausgeprägte Unsicherheit an den Finanzmärkten und einer stark dämpfende Finanzpolitik haben dazu beigetragen. Das geht aus der "Winterprognose 2012/2013" der Euroframe-Gruppe europäischer Konjunkturforschungsinstitute (European Forecasting Research Association for the Macro-Economy) hervor. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist Mitglied der Vereinigung.


Demnach wurden im Verlauf des Jahres zunehmend auch diejenigen Länder des Euroraums von der Konjunkturschwäche erfasst, die zuvor die wirtschaftliche Entwicklung im Währungsgebiet noch gestützt hatten. Die Abschwächung zum Jahresende wirkt sich auch auf die Aussichten für den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Durchschnitt des Jahres 2013 aus.

Die tiefen Rezessionen in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien drückten bis zuletzt auf die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum. In Irland zeichnete sich hingegen eine Stabilisierung ab. Die Euroframe-Institute erwarten für den Verlauf dieses Jahres eine Verbesserung von Stimmung und Vertrauen der Wirtschaft. Trotzdem wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2013 insgesamt wohl nochmals zurückgehen. Die Auslandsnachfrage dürfte nicht stark genug zunehmen, um den weiteren Rückgang der Inlandsnachfrage zu kompensieren.

Für 2014 ist wieder ein Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion zu erwarten. Allerdings wird der Zuwachs mit 1,3 Prozent weiterhin recht moderat ausfallen. Nach wie vor ist eine Reihe von Mitgliedsländern der Währungsunion anfällig für negative Schocks vonseiten der Finanzmärkte. Das Vertrauen der Finanzmärkte in die Krisenländer soll nicht zuletzt dadurch gestärkt werden, dass die Staatshaushalte durch Einsparungen und Steuererhöhungen auf einen nachhaltigen Kurs gebracht werden.

Allerdings dämpfen die erheblichen Sparanstrengungen, die auch in mehreren anderen Ländern des Euroraums unternommen werden, kurzfristig spürbar die wirtschaftliche Aktivität. Ohne die fiskalischen Anpassungsmaßnahmen wäre in diesem und im nächsten Jahr mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 1,5 bis 2 Prozent zu rechnen.

(Redaktion)