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Wirtschaft | Mi, 14.03.2012 07:57

Exportboom in Baden-Württemberg hält an

Baden-württembergische Unternehmen haben im vergangenen Jahr im Ausland fast 150 Milliarden Euro umgesetzt (Deutschland: 1.000 Milliarden Euro). Nach Angaben des Statistischen Landesamts wuchs 2011 der Auslandsumsatz Baden-Württembergs um fast 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit einer Exportquote von 52 Prozent liegt Baden-Württemberg damit bundesweit mit Bremen, Bayern und Rheinland-Pfalz im Spitzenfeld (Deutschland: 41 Prozent). Dies berichtet der baden-württembergische Industrie- und Handelskammertag.


Führende Exportregion von Baden-Württemberg mit einem Auslandsumsatz von rund 52 Milliarden Euro ist die Region Stuttgart. Die regionalen Unternehmen steigerten 2011 ihr Exportvolumen gegenüber 2010 um 11 Prozent. Auch die Landeshauptstadt Stuttgart konnte mit fast 13 Milliarden Euro Auslandsumsatz im vergangenen Jahr 14 Prozent zulegen.

„Als einer der führenden Standorte des Fahrzeug- und Maschinenbaus hat Baden-Württemberg international einen ausgezeichneten Ruf. Die Produkte der Unternehmen sind weltweit begehrt“, sagt Dr. Herbert Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und Federführer der 12 baden-württembergischen IHKs für das Geschäftsfeld International. Vor allem aufgrund ihres hohen Innovationspotenzials und des Know-hows ihrer qualifizierten Fachkräfte seien die Unternehmen in der Lage, ihr Auslandsgeschäft weiter auszubauen. Dr. Müller: „Die starke Exportorientierung der Betriebe sichert Arbeitsplätze in Baden-Württemberg und hält die Konjunktur am Laufen.“

Die Industrieprodukte aus dem Ländle gehen vor allem nach USA, Schweiz, Frankreich und weitere EU-Länder, China, Russland sowie Japan. Aber auch Dienstleistungsangebote aus Baden-Württemberg, vor allem Beratungsdienstleistungen sowie Medien- und IT-Services, finden im Ausland immer mehr Interessenten. Gesundheitswesen, Finanzdienstleister und Technische Dienstleister sind dagegen noch wenig im Ausland aktiv. Der Dienstleistungssektor hat Nachholbedarf und muss mehr in die Außenwirtschaftsaktivitäten des Landes einbezogen werden, merkt Dr. Müller an.

Bei allem Positiven sieht Dr. Müller auch Gefahren für die Wirtschaft: „Die ungelöste Staatsschuldenkrise ist eine potenzielle Gefahr für das Exportgeschäft. Wenn wichtige Abnehmerländer ausfallen, könnte den Betrieben der Absatz wegbrechen.“ Er fordert die Politik in Land, Bund und EU auf, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen so zu optimieren, dass die Unternehmen in ihrem Auslandsengagement nicht behindert werden und international wettbewerbsfähig bleiben. Steigende Energiepreise im Inland sowie zusätzliche Bürokratie durch die von der EU-Kommission geplante Neuregelung des Ursprungsrechts sowie die ab 1. April geltenden verschärften Regeln für die Steuerfreiheit von Lieferungen in die EU und in Drittländer seien dagegen kontraproduktiv.

(Redaktion)