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Wirtschaft | Di, 24.02.2015 09:21

Exporte 2014 mit neuem Rekord

Baden‑Württembergs Unternehmen erzielten im Jahr 2014 Exporterlöse in Rekordhöhe. Nach vorläufigen Ergebnissen wurden Güter im Wert von 181,4 Milliarden Euro ausgeführt; das entsprach nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden‑Württemberg einer Steigerung von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wert der importierten Waren war mit 150,7 Milliarden Euro ebenfalls so hoch wie noch nie (+7 Prozent). Damit entwickelte sich die baden-württembergische Außenwirtschaft in beiden Handelsrichtungen noch dynamischer als der deutsche Außenhandel (Ausfuhr: +3,7 Prozent, Einfuhr: +2,1 Prozent).


Gleichzeitig erreichte BadenWürttemberg 2014 erstmals den höchsten Exportwert im Vergleich der Bundesländer. Dieser lag um 0,4 Prozent über dem Wert des bisherigen Spitzenreiters Nordrhein-Westfalen mit 180,6 Milliarden Euro und 7,4 Prozent über Bayern mit 168,9 Milliarden Euro.

Die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) legten 2014 mit plus 4,2 Prozent, nach verhaltener Nachfrage in den vergangenen zwei Jahren, wieder deutlich zu (91,3 Milliarden Euro). Dabei gewinnen die Versendungen in die Länder der Nicht-Eurozone (31,5 Milliarden Euro) immer mehr an Bedeutung. Rund ein Drittel der EU-Exporte fließt mittlerweile in diese Länder. Hier zeigt sich das Vereinigte Königreich (10,9 Milliarden Euro) schon seit mehreren Jahren als Wachstumsträger. Positive Impulse kamen 2014 jedoch auch aus den Krisenländern der Eurozone. Vor allem die südeuropäischen Länder Italien (+2,3 Prozent), Portugal (+15,1 Prozent) und sogar Griechenland (+7,4 Prozent) zeigten wieder verstärktes Interesse an Waren »made in BadenWürttemberg«. Überraschend stark legten mit +7,9 Prozent die Exporte nach Spanien zu.

Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten profitierten von der starken US-Konjunktur. BadenWürttembergs wichtigster Handelspartner konnte so mit einem Exportzuwachs von 13,8 Prozent die 2010 eingenommene Spitzenposition noch weiter stärken (21,2 Milliarden Euro). China rückte trotz des gedrosselten Wachstumstempos der chinesischen Wirtschaft zum zweitwichtigsten Zielland baden-württembergischer Ausfuhren auf (14,1 Milliarden Euro). Dieser Wechsel in der Bedeutung Chinas als Export-Partnerland vollzog sich innerhalb weniger Jahre. 2005 stand es noch auf Platz 10 der Rangliste, 2010 schon auf Platz 5 und verdrängte 2014 die traditionellen Handelspartner Frankreich und Schweiz auf Patz drei und vier. Die Niederlande nehmen nach wie vor die 5. Position ein. Insgesamt verzeichneten die Exporteure deutliche Nachfragesteigerungen aus dem asiatischen Raum: Saudi-Arabien (+25,2 Prozent), Vereinigte Arabische Emirate (+32,4 Prozent), Republik Korea (+21 Prozent). Gegenläufig verhielt sich jedoch Japans Nachfrage nach Gütern »made in BadenWürttemberg« (−1,5 Prozent).

Angesichts der Ukraine-Russland-Krise mit entsprechenden wechselseitigen Sanktionen waren die Ausfuhren in die Russische Föderation (−15,4 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro) sowie in die Ukraine (−36,4 Prozent auf 383 Mill. Euro) erwartungsgemäß stark rückläufig.

Die für die baden-württembergische Exportwirtschaft wichtigsten Warengruppen wurden alle verstärkt vom Ausland geordert. Die bedeutendste Warengruppe Kraftwagen und Kraftwagenteile erzielte mit plus 12,5 Prozent ein außerordentlich starkes Wachstum der Ausfuhrwerte (45,6 Milliarden Euro). Allein 5 Milliarden Euro des baden-württembergischen Ausfuhrplus im Jahr 2014 (8 Milliarden Euro) wurden von dieser Branche erwirtschaftet. Die zweitwichtigste Position Maschinen (37,5 Milliarden Euro) übertraf nur leicht den Vorjahreswert. 46 Prozent der Ausfuhrerlöse wurden von diesen beiden Warengruppen erzielt. Eine positive Entwicklung (+13,4 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro) zeigte die - mit deutlichem Abstand folgende - drittwichtigste Position pharmazeutische Erzeugnisse. Ebenso wurden mehr Datenverarbeitungsgeräte einschließlich elektronischer und optischer Erzeugnisse (+4 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro) sowie elektrische Ausrüstungen (+3,6 Prozent auf 12 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahr exportiert.

(Redaktion)