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Wirtschaft | Fr, 25.02.2011 14:30

Exporte aus Baden-Württemberg erreichen 2010 neuen Rekordwert

Im Jahr 2010 wurden nach Feststellung des statistischen Landesamtes Güter im Wert von 153,9 Mrd. Euro aus Baden-Württemberg ausgeführt, 24,8 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die baden-württembergischen Einfuhren erhöhten sich um 20 Prozent auf 128,4 Mrd. Euro. Damit konnten die krisenbedingten Rückgänge des Vorjahres, als die Ausfuhren um 17,4 Prozent und die Einfuhren um 16,2 Prozent eingebrochen waren, bereits innerhalb eines Jahres wieder mehr als ausgeglichen werden. Aufgrund der kräftigen Zuwächse wurden in beiden Handelsrichtungen 2010 sogar historische Rekordwerte erreicht.


Nach einer nahezu stetigen Aufwärtsentwicklung seit dem Jahr 2003 hatte die einsetzende Wirtschaftskrise erstmals im 4. Quartal 2008 zu einem Rückgang der Ausfuhren gegenüber dem Vorjahreswert geführt, der sich in den beiden ersten Quartalen 2009 noch verschärfte. Nach einer schrittweisen Abschwächung der Rückgänge im weiteren Verlauf des Jahres 2009 übertrafen 2010 alle Quartalsergebnisse die Vorjahreswerte deutlich. Seit dem 3. Quartal lagen die Exportwerte 2010 zudem wieder über dem Vergleichniveau von 2008. Bezogen auf das gesamte Jahr wurde damit 2010 erstmals die Schwelle von 150 Mrd. Euro übertroffen.

Im Jahr 2010 verzeichneten alle für die Exportwirtschaft wichtigen Warengruppen Zuwächse, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Besonders stark expandierten die Ausfuhren von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die dank eines Zuwachses um 42,4 Prozent ihren Anteil an den Exporten des Landes auf 22,5 Prozent steigerten und damit 2010 zur wichtigsten Warengruppe avancierten. Auf die Maschinen, die in den beiden Vorjahren noch höhere Exporterlöse als die Kraftwagen und Kraftwagenteile erzielt hatten, entfielen 20,8 Prozent der baden-württembergischen Ausfuhren. Der Zuwachs ihres Ausfuhrwertes war mit 13,5 Prozent zwar auch beachtlich, lag aber unter dem Gesamtdurchschnitt. Pharmazeutische Erzeugnisse, Datenverarbeitungsgeräte einschließlich elektronischer und optischer Erzeugnisse sowie Elektrische Ausrüstungen folgten 2010 mit Anteilen von knapp 9 bzw. knapp 7 Prozent auf den nächsten Rängen der wichtigsten Exportprodukte. Während der Pharma- und der Elektrobereich 2010 leicht unterdurchschnittlich um 19,1 bzw. 17,9 Prozent zulegten, stiegen die Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen sogar um 30,2 Prozent.

Nach wie vor wird der Löwenanteil der baden-württembergischen Exporte ins europäische Ausland verkauft: 2010 verblieben zwei Drittel der Gesamtausfuhren in Europa, darunter 53 Prozent in der Europäischen Union bzw. 38 Prozent in der Eurozone. Obwohl auch diese Ausfuhren zu den europäischen Handelspartnern 2010 stark expandierten (Europa insgesamt +19,7 Prozent, EU +17,5 Prozent, Eurozone +18,3 Prozent), kamen aus einigen außereuropäischen Staaten noch deutlich stärkere Impulse. So führte ein Exportzuwachs um ein Drittel dazu, dass die USA 2010 mit 13,6 Mrd. Euro die Spitzenposition als wichtigstes Ausfuhrland von Frankreich übernahm, gefolgt von unseren nahezu gleichauf liegenden Nachbarländern Frankreich und Schweiz (jeweils 12,6 Mrd. Euro). Besonders bemerkenswert ist ein nahezu explosionsartiger Ausfuhrzuwachs um 70 Prozent nach China, das dadurch mit der Abnahme von Waren aus Baden-Württemberg im Wert von 11 Mrd. Euro hinter den Niederlanden (11,4 Mrd. Euro) erstmals bereits auf Rang 5 unter den wichtigsten Zielländern vorrückte.

(Redaktion)