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Wirtschaft | Di, 23.04.2013 08:16

Exportierende Mittelständler sind krisenresistenter

Kleine und mittlere Unternehmen sorgen auch in Krisenzeiten für Stabilität auf dem Arbeitsmarkt. So wuchs die Mitarbeiterzahl aller KMUs zwischen 2001 und 2009 um 13,6 Prozent. Selbst in den Krisenjahren 2008/09 konnte noch ein Plus von 2,9 Prozent verzeichnet werden. Zum Vergleich: Die Großunternehmen bauten in den beiden wirtschaftlich schwierigen Jahren insgesamt rund 2,3 Prozent ihrer Beschäftigten ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Der Beschäftigungsbeitrag mittelständischer Exportunternehmen“ des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn).


„Vor allem den Nischenanbietern unter den KMUs ist es in den Krisenjahren 2008/09 erfolgreich gelungen, Nachfrageschwankungen auf den Inlandsmärkten durch Exportaktivitäten zu kompensieren und damit die Beschäftigung zu stabilisieren“, erklärte die IfM-Präsidentin Professor Friederike Welter. „Dabei sind viele von ihnen ohne explizite Strategie in die Exporttätigkeit hineingewachsen: Durch stufenweise Lernprozesse haben sie jedoch sukzessive Auslandserfahrung gewonnen – und anschließend ihre Exportaktivitäten systematisch ausgedehnt.“

Allerdings seien es vorrangig die großen Mittelständler, die auf den Auslandsmärkten aktiv sind. Damit bestätige sich auch die Grundannahme, dass die Erschließung neuer Märkte zur Kostensenkung beiträgt. Somit ist dies erst für Unternehmen ab einer bestimmten Größe interessant.

Neben dem produzierenden Gewerbe sind am häufigsten mittelständische Unternehmen im Bereich Handel und Transport exportorientiert. Die Beschäftigung stieg in den regelmäßig exportierenden KMUs zwischen 2001 und 2009 um 18,2 Prozent. Dies ist vor allem auf neue Möglichkeiten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zurückzuführen.

„Diese Mittelständler wurden zwar auch von der weltweiten Wirtschaftskrise getroffen – dennoch zeigt sich für die Krisenjahre 2008/09 ein leichtes Beschäftigungsplus von 2,6 Prozent. Bei den vergleichbaren Großunternehmen im Handel und Transport reduzierte sich die Beschäftigung in dieser Phase um rund fünf Prozent“, so Professor Friederike Welter.

Im Dienstleistungssektor sind gezielte Auslandsaktivitäten dagegen ebenso die Ausnahme wie im Handwerksbereich. Diese Unternehmen fokussierten sich im untersuchten Zeitraum vorrangig auf die nationalen und regionalen Märkte.

(Redaktion)