Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Mi, 19.12.2012 09:17

Fachkräftemangel: Unternehmen sehen bei qualifizierten Bewerbern Defizite im Bereich Soft Skills

Zahlreichen Unternehmen fällt es aktuell schwer, vakante Positionen bedarfsgerecht zu besetzen. Die Gründe dafür liegen häufig nicht in mangelnden Fachkenntnissen. Über alle Branchen hinweg machen Unternehmensvertreter die größten Defizite im Bereich der so genannten Soft Skills aus. Das ist eines der Ergebnisse des zweiten "DIS AG Fachkräftekompass". Dieser wurde von dem Personaldienstleister gemeinsam mit TNS Infratest erstellt.


45 Prozent der Befragten gaben an, bei Bewerbern im gewerblichen/handwerklichen Bereich Defizite hinsichtlich der Sicherheit in deutscher Sprache und Rechtschreibung zu erkennen. Das ist ein erstaunlicher Wert, da die Frage direkt auf Bewerber im Bereich der Fach- und Führungskräfte abzielte. Daneben schneiden die Bewerber bei den Faktoren englische Sprachkenntnisse (37 Prozent), logisches Denken (35 Prozent) und Kommunikationsfähigkeit (35 Prozent) schlecht ab. Im kaufmännischen/betriebswirtschaftlichen Bereich stellen ebenfalls etwa ein Drittel der Befragten Schwächen in der deutschen Sprache und Rechtschreibung sowie in Bezug auf die englischen Sprachkenntnisse von Bewerbern fest. Im IT-Bereich werden die größten Defizite dagegen in den Bereichen soziale Kompetenz (37 Prozent) und Teamfähigkeit (34 Prozent) ausgemacht.

„Diese Ergebnisse zeigen eines ganz deutlich: Aus Sicht von Unternehmensvertretern mangelt es Bewerbern weniger an Fachkenntnissen, sondern vielmehr an teils ganz grundlegenden Fähigkeiten im Bereich der Soft Skills“, kommentiert Peter Blersch, Vorstandsvorsitzender der DIS AG, die Ergebnisse. „Die Werte überraschen vor allem in ihrer Deutlichkeit. Gleichzeitig zeigen sie Unternehmen aber auch eine Chance auf, dem Fachkräftemangel zu begegnen: durch gezielte Weiterbildungsangebote.“ Dass viele Betriebe den Qualifizierungsbedarf im Bereich sozialer Kompetenz erkannt haben, bestätigt ein weiteres Ergebnis des "DIS AG Fachkräftekompass": 44 Prozent der Befragten sehen hier den größten Bedarf, gefolgt von Qualifizierungen im Bereich Führung/Mitarbeiterführung (39 Prozent). Erst danach folgen mit jeweils 37 Prozent fachliche Qualifizierungen (IT/Software und aufgabenbezogene Qualifizierung).

Die Ergebnisse zeigen darüber hinaus, dass die Befragten insbesondere in den Bereichen der technischen Berufe und der Informatik einen deutlichen Mangel an Fachkräften ausmachen. Gesucht werden dabei nicht nur Beschäftigte mit einem abgeschlossenen Ingenieur- oder Informatik-Studium. Auch Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung in IT-Berufen sowie im gewerblichen/handwerklichen Bereich sind gefragt. Vor allem große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verspüren den Ergebnissen der Umfrage zufolge einen deutlichen Fachkräftemangel, während kleinere Betriebe bislang weniger betroffen sind. „Viele Unternehmen bewegen sich derzeit in einem Spannungsfeld“, erläutert Peter Blersch. „Zum einen verhalten sie sich aufgrund der weltweiten Wirtschaftslage unternehmerisch eher zurückhaltend, insbesondere der Mittelstand. Zum anderen spüren sie aber bereits die Auswirkungen des Fachkräftemangels und suchen zum Teil händeringend qualifizierte Mitarbeiter.“

Ein weiteres Ergebnis der Befragung überrascht daher weniger: Viele vakante Stellen konnten in den vergangenen Monaten nicht bedarfsgerecht besetzt werden, vor allem im IT-Bereich (42 Prozent) und im kaufmännischen/betriebswirtschaftlichen Bereich (38 Prozent). Im gewerblichen/handwerklichen Bereich fällt die Anzahl der nicht besetzten Stellen zwar geringer aus, betrifft aber auch hier immer noch fast ein Drittel (31 Prozent) der vakanten Positionen.

(Redaktion)