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Wirtschaft | Mo, 28.10.2013 09:31

Fachkräftemangel: Viele Unternehmen binden Talente

Durch den Fachkräftemangel steigen die Rekrutierungskosten für neue Mitarbeiter. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen versuchen deshalb, ihre besten Mitarbeiter zu binden. Dabei steigt die Datenmenge der Personalcontroller stark an. Ziel ist, beispielsweise Veränderungen in der Lebenssituation von Mitarbeitern früh zu erkennen und zu berücksichtigen. Das zeigt der "Managementkompass Demographiemanagement" von Steria Mummert Consulting.


80 Prozent der befragten Unternehmen bieten den Mitarbeitern Trainings, Coachings oder Mentorenprogramme an. Am zweithäufigsten (50 Prozent) werden weiterführende Maßnahmen zur Mitarbeiterrekrutierung wie den Besuch von Hochschulmessen und das Anbieten von Assessmentcentern genannt. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung wie talentorientierte Laufbahn- und Vergütungsmodelle werden mit 48 Prozent am dritthäufigsten erwähnt. Zwei Prozent der Befragten wenden keine Maßnahmen an.

„Im Rahmen des Talentmanagements geht es unter anderem darum, Mitarbeiter aktiv zu gewinnen und langfristig zu binden. Die Programme waren früher eher auf High Potentials ausgerichtet, heute dagegen stehen immer öfter deutlich größere Mitarbeitergruppen im Fokus“, sagt Thomas Dorow, Senior Manager Human Capital Management bei Steria Mummert Consulting.

Wichtige Voraussetzung für eine Talentmanagement-Strategie ist, Mitarbeiterdaten zu sammeln. Doch viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, die daraus gezogenen Erkenntnisse in die Realität umzusetzen. Nur knapp die Hälfte der Unternehmen zieht laut einer Studie die gesammelten Daten als Grundlage für Geschäftsentscheidungen heran. Die meisten Arbeitgeber nutzen sie nicht einmal für die Personalplanung. Denn viele Personalabteilungen sind vom Umfang ihrer Personaldaten schlicht überfordert.

Personalprofi Dorow empfiehlt den Einsatz von Talentdatenbanken - also von IT-Software, die die angehäuften Personaldaten nach den Bedürfnissen der Firma spezifisch auswerten. In der Realität wenden allerdings nur 16 Prozent der Unternehmen eine derartige Software an. Der Vorteil der Software: Diese kann mit anderen Inhalten - wie etwa Kennzahlen aus dem Kundenmanagementsystem, Ergebnissen aus den Mitarbeitergesprächen - verknüpft werden. So lässt sich leichter herausfinden, welcher Kandidat am besten für eine bestimmte Stelle geeignet ist.

(Redaktion)