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Vermischtes | Mi, 18.01.2012 08:35

Familien mit Kindern in Baden-Württemberg, Junge in Berlin, Senioren im Saarland

Familien mit Kindern sind am häufigsten in Baden-Württemberg zu finden. In Berlin ist der Anteil sowohl an Singles als auch an jungen Menschen am höchsten. Die meisten Topverdiener wohnen in Bayern und im Saarland stehen relativ gesehen die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser. Das sind aktuelle Ergebnisse der GfK Bevölkerungsstrukturdaten 2011.


Im Jahr 2011 lag der Anteil der Ein-Personen-Haushalte in Deutschland bei 39,6 Prozent und blieb damit nahezu unverändert zum Vorjahr. Auf Kreisebene liegt wie schon im Jahr 2010 der Stadtkreis Regensburg mit einem Anteil von 57 Prozent ganz vorn – deutlich vor dem zweitplatzierten Stadtkreis Berlin mit 53,7 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer allerdings liegt Berlin weiterhin ganz vorn – vor den Stadtstaaten Hamburg und Bremen mit 50,3 beziehungsweise 48,6 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil an Single-Haushalten in Rheinland-Pfalz mit 35,4 Prozent.

In großen oder Universitätsstädten sind Single-Haushalte am stärksten verbreitet. Der Anteil der Haushalte mit Kindern ist hingegen vor allem in ländlichen Regionen besonders hoch. Den höchsten Kinderanteil hat der bayerische Landkreis Landshut mit 42,3 Prozent. Auf Bundeslandebene liegt Baden-Württemberg beim Anteil der Haushalte mit Kindern mit 32,2 Prozent an der Spitze, Schlusslicht ist Berlin mit 21 Prozent. Im gesamtdeutschen Vergleich lag im Jahr 2011 der Anteil der Mehrpersonen-Haushalte ohne Kinder bei 31,2 Prozent und damit wie schon im Vorjahr über dem Anteil der Haushalte mit Kindern (29,2 Prozent).

Dies zeigt, dass sich die deutsche Gesellschaft mitten im demografischen Wandel befindet. Der Anteil der Familien mit Kindern sinkt, während der Altersdurchschnitt der Bevölkerung steigt. In der Studie zeigen sich jedoch auch einige Umverteilungseffekte. Der Anteil der Älteren in ländlichen Regionen nimmt zu, der Anteil der Familienhaushalte steigt in den Ballungsräumen.

Den größten Anteil haben in Deutschland die Senioren-Haushalte (60 Jahre und plus) mit 34,9 Prozent, gefolgt von den 40-49-Jährigen mit 21,2 Prozent, den 50-59-Jährigen mit 17,4 Prozent und den 30-39-Jährigen mit 15 Prozent. Der Anteil der jungen Haushalte unter 30 Jahren ist mit 11,5 Prozent bundesweit am geringsten.

Den höchsten Anteil junger Haushalte findet man wie schon in den Vorjahren im Stadtstaat Berlin: Insgesamt 15,7 Prozent aller Haushalte dort fallen in diese Kategorie – das sind fast 36 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.

Auch der Altersdurchschnitt der Haushaltsvorstände ist im Bundesland Berlin am niedrigsten. Hier sind es im Schnitt 47,8 Jahre. Im Saarland haben die Haushaltsvorstände hingegen einen Altersdurchschnitt von 50,2 Jahren. Entsprechend liegt das Bundesland auch beim Anteil der Senioren-Haushalte mit 39 Prozent deutschlandweit an der Spitze, vor Sachsen mit 37,6 und Sachsen-Anhalt mit 37,2 Prozent.

Die GfK Bevölkerungsstrukturdaten untersuchen auch den sozioökonomischen Status aller Haushalte einer Region. Diese werden nach Höhe des verfügbaren monatlichen Einkommens in sieben verschiedene Kategorien eingestuft und beschreiben so die Einkommensverteilung.

Auf Bundesländerebene ist der Anteil an Haushalten mit einem Monatsnettoeinkommen unter 1.100 Euro in Berlin am höchsten. Insgesamt 24,7 Prozent aller Haushalte fallen dort in diese Einkommensklasse – das sind fast 75 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Der niedrigste Anteil an Geringverdienern findet sich mit 9,8 Prozent in Baden-Württemberg. Bei den Topverdienern mit einem Nettoeinkommen von mehr als 7.500 Euro liegt Baden-Württemberg mit einem Anteil von 4,5 Prozent auf Rang drei – hinter Hessen mit 5,3 Prozent und Bayern mit 4,7 Prozent.

Unter den Kreisen liegen der Hochtaunuskreis, der Main-Taunus-Kreis und Starnberg mit Anteilen der Topverdiener zwischen 16,2 und 17,9 Prozent ganz vorn. Bei den Geringverdienern ist auf Kreisebene der höchste Anteil mit 38,1 Prozent in Bremerhaven zu finden, gefolgt vom Landkreis Demmin mit 33,1 Prozent und dem Stadtkreis Trier mit 30,5 Prozent.

Auch was die Wohnstruktur angeht, weist Deutschland große regionale Unterschiede auf. Der Anteil der Ein- und Zwei-Familienhäuser liegt in Berlin bei nur 55,2 Prozent. Das sind gut 33 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Im Saarland hingegen liegt er fast 9 Prozent über dem Durchschnitt und stellt damit 90,3 Prozent aller Gebäude im Saarland. Auf regionaler Ebene fällt der Vergleich naturgemäß noch unterschiedlicher aus: Im Landkreis Dingolfing-Landau sind 96,7 Prozent der Gebäude Ein- oder Zwei-Familienhäuser, im Stadtkreis Gelsenkirchen hingegen nur 47 Prozent.

In Bezug auf Hochhäuser mit 20 und mehr Parteien liegt wieder das Bundesland Berlin an der Spitze. Insgesamt 6 Prozent der Gebäude sind so groß. Weit abgeschlagener Zweiter ist Hamburg mit einem Anteil von 1,5 Prozent. In den anderen Bundesländern sind es nur zwischen 0,2 und 0,6 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei den Häusern mit sieben bis 19 Parteien. Auch hier liegt Berlin mit einem Anteil von 23,9 Prozent unangefochten vorn. Auf Rang zwei liegt erneut Hamburg mit einem Anteil von 17,2 Prozent. Das Schlusslicht bildet das Saarland mit weniger als 2 Prozent aller Wohngebäude in dieser Kategorie. Bei den 3-6-Parteienhäusern liegt Sachsen mit einem Anteil von 16,6 Prozent vor Bremen mit 15,7 Prozent. Auf dem letzten Platz liegt in dieser Kategorie Schleswig-Holstein mit 7,6 Prozent.

Auch über die Gewerbestruktur erlauben die GfK Bevölkerungsstrukturdaten eine Aussage. Im gesamten Saarland gibt es lediglich 7.488 reine Gewerbegebäude, in Bremen sogar nur 5.193. In Nordrhein-Westfalen sind es hingegen knapp 124.000 – das ist fast das 24-fache im Vergleich zu Bremen. Aussagekräftiger ist allerdings der Vergleich der Einwohnerzahlen mit der Anzahl an Gewerbegebäuden. Hier liegt Berlin mit 2,78 reinen Gewerbegebäuden je 100 Einwohner vorne, gefolgt von Hamburg mit 1,64 und Nordrhein-Westfalen mit 1,44. Auf dem letzten Platz liegt Mecklenburg-Vorpommern mit rechnerisch genau einem reinen Gewerbegebäude je 100 Einwohner.

(Redaktion)