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Wirtschaft | Mo, 18.02.2013 10:16

Fast 30.000 Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart

In der Region Stuttgart zählten Ende 2012 insgesamt 29.574 Betriebe zum Handwerk. Damit ist die Zahl der Unternehmen gegenüber 2011 nahezu unverändert geblieben. Der Blick auf die regionale Verteilung zeigt ein differenziertes Bild: Während die Handwerker im Kreis Böblingen zahlenmäßig zulegten nahm der Betriebsbestand in Stuttgart ab. Die meisten Betriebe werden im Landkreis Esslingen gezählt, die wenigsten haben ihren Sitz im Landkreis Göppingen. Das teilt die Handwerkskammer Region Stuttgart mit.


Das zulassungspflichtige Handwerk ist in den letzten Jahren in der Summe aller Betriebe nicht mehr gewachsen. 18.560 Betriebe Ende 2012 bedeuten einen Rückgang um 111 Betriebe gegenüber dem Vorjahr. Hiervon betroffen waren 2011 wie auch 2012 insbesondere die Gruppe der Elektro- und Metallgewerbe und das Nahrungsmittelgewerbe mit 58 sowie 49 Betrieben. Innerhalb dieser Gruppen waren es vor allem die Feinwerkmechaniker, die Elektrotechniker, sowie Bäcker und die Fleischer. „Der Rückgang bei den Nahrungsmittelhandwerken liegt unter anderem in der Konkurrenzsituation zu Discountern und der Filialisierung begründet“, Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart.

Die rege Bautätigkeit hat dazu geführt, dass sich verstärkt osteuropäische Unternehmen bei der Handwerkskammer registrieren ließen. Dadurch legten die Maurer und Betonbauer mit 24 Unternehmen zu. Bei den Friseuren ist der Zuwachs um 38 Unternehmen größtenteils auf Teilzeit- und mobile Betriebe zurückzuführen.

Der Bestand bei den zulassungsfreien Handwerken nahm erfreulicherweise um 129 Betriebe auf 5.896 Betriebe zu. Wie im Jahr zuvor wurden die höchsten Zuwächse bei den Fliesenlegern, Raumausstattern, Gebäudereinigern und den Fotografen erzielt. „Das lebhafte Gründungsgeschehen ist grundsätzlich positiv zu werten, bedauerlich ist dabei jedoch die Tatsache, dass bei den Neugründungen nur noch 13 Prozent über eine entsprechende Gesellen- oder Meisterprüfung verfügen.“

Die Entwicklung sieht Munkwitz mit Sorge: „Wo vor der Handwerksnovelle von 2004 noch eine Meisterprüfung gefordert war, hat heute nur noch jeder siebte oder achte Gründer die einschlägige handwerkliche Qualifikation. Diese Entwicklung wird zu Lasten von Ausbildung und Beschäftigung gehen.“

Im Gegensatz zu den zulassungsfreien Handwerken nimmt die Zahl der handwerksähnlichen Gewerbebetriebe weiter ab. Der Bestand verringerte sich um 143 auf 5.118 Betriebe. Besonders betroffen sind die Montagebauer, die Bodenleger, die Änderungsschneider und die Kosmetiker. Dieser Trend hat seine Wurzeln in der Einführung der zulassungsfreien Handwerke und den sich daraus ergebenden Gewerksüberschneidungen. Die zulassungsfreien Handwerke bieten ohne Mindestanforderung an die Qualifikation der Unternehmer ein breiteres Tätigkeitsspektrum als die handwerksähnlichen Gewerbe.

(Redaktion)