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Wirtschaft | Do, 06.03.2014 11:15

Flexible Arbeitsplatzmodelle trotz zunehmender Digitalisierung nur für wenige Beschäftigte

Die Digitalisierung der Arbeitswelt schreitet voran. So erlaubt die Nutzung mobiler Endgeräte wie Notebooks, Tablets oder Smartphones zunehmend die Ablösung der Arbeit vom festen Arbeitsplatz im Unternehmen. Diese Entwicklung bietet den Unternehmen die Chance, Fachkräfte durch flexible Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle an sich zu binden. Auch ermöglicht sie eine bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Privatleben. Allerdings ist die Nutzung flexibler Arbeitsplatzmodelle derzeit noch auf eine eher kleine Gruppe der Beschäftigten beschränkt, wie eine repräsentative, bundesweite Unternehmensbefragung deutlich macht, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführt hat.


Die Befragung des ZEW in den Branchen IKT (Hardware und IKT-Dienstleister), technische Dienstleistungen sowie Beratung und Kreativwirtschaft ergab, dass im Jahr 2013 bei flexiblen Arbeitsplatzmodellen in den Unternehmen das Home Office an erster Stelle lag, deutlich vor Coworking und Desk-Sharing. Diese Modelle werden bislang aber nur von sehr wenigen Mitarbeitern genutzt.

Home Office beispielsweise bieten zwar 57 Prozent der IKT-Unternehmen an, aber nur knapp zwölf Prozent der Mitarbeiter in der IKT-Branche nehmen diese Möglichkeit auch wahr. Als Hauptgrund für die geringe Nutzung des Home Office führen die Unternehmen an, dass die persönliche Anwesenheit ihrer Mitarbeiter unabdingbar sei. Hierin sind sich die betrachteten Branchen mit einer Zustimmung von jeweils rund 80 Prozent der Unternehmen weitgehend einig. An zweiter Stelle liegt das Argument, dass Home Office nicht zur Unternehmensphilosophie beziehungsweise Arbeitsweise passe. Genau in diesen Punkten werden viele Unternehmen in Zukunft umdenken müssen, wenn sie hoch qualifizierte Fachkräfte gewinnen und halten wollen.

Die technischen Voraussetzungen für flexible Arbeitszeit- und Präsenzmodelle sind beim Großteil der Unternehmen vorhanden. So zeigt die Befragung, dass viele Unternehmen ihre Beschäftigten bereits mit mobilem Internetzugang ausgestattet haben. In der IKT-Branche haben beispielsweise bereits 46 Prozent der Beschäftigten Zugang zum mobilen Internet, bis Ende 2014 sollen es sogar schon 54 Prozent sein. Notebooks sind die am meisten genutzten Endgeräte, vor Smartphones und Tablets. Bis Ende 2014 ist von einer starken Zunahme der Nutzung insbesondere von Smartphones und Tablets auszugehen.

Mobiles Arbeiten erfordert nicht nur entsprechende Endgeräte, sondern auch Zugriff auf Informationen und Anwendungen der Unternehmen. Unabhängig von den genutzten Endgerätetypen bieten die Unternehmen in erster Linie Zugriff auf das E-Mail-System von außerhalb. Deutlich geringer sind die entsprechenden Anteile, wenn es um den Zugriff auf Netzwerklaufwerke oder gar um die Nutzung von Unternehmensapplikationen geht. Zweifellos sind in diesem Zusammenhang auch Fragen der IT-Sicherheit und rechtliche Fragen zu klären, die viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen.

Aus Unternehmensperspektive ist es wichtig, dass die Digitalisierung der Arbeit zu einem positiven Unternehmensergebnis beiträgt. Die Unternehmen verbinden mit der Digitalisierung der Arbeit jetzt und auch perspektivisch bis Ende 2014 insgesamt einen positiven Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit, zur Arbeitsproduktivität und zum Unternehmenserfolg allgemein. Die betrachteten Branchen unterscheiden sich hierin nur in geringem Maße.

(Redaktion)