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Wirtschaft | Mo, 20.06.2011 08:29

Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit

Benachteiligte Jugendliche haben es noch immer sehr schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind derzeit in Deutschland rund 178.000 junge Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeits- oder Ausbildungsstelle. Um dem entgegenzuwirken unterstützt Europas größter Schuheinzelhändler Deichmann deshalb bereits zum siebten Mal engagierte Arbeitgeber und Initiativen mit dem Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit. Bis zum 30. Juni können sich Betriebe, öffentliche Initiativen und auch Schulen, die sich für Jugendliche einsetzen, noch um den mit 100.000 Euro dotierten Preis bewerben.

Schulen und Unternehmen, die sich gegen Jugendarbeitslosigkeit engagieren, können sich um den Deichmann-Förderpreis bewerben. (Quelle: Deichmann-Förderpreis)

Schulen und Unternehmen, die sich gegen Jugendarbeitslosigkeit engagieren, können sich um den Deichmann-Förderpreis bewerben. (Quelle: Deichmann-Förderpreis)


Der Deichmann-Förderpreis steht jedes Jahr erneut auf dem Prüfstand. „Ist Jugendarbeitslosigkeit noch ein Thema?“ lautet die zentrale Frage. Auch für 2011 muss sie bejaht werden. Fast jeder zehnte Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren ist in Deutschland arbeitslos. Die Berufsausbildung legt den Grundstein für ein lebenslanges Einkommen. „Qualifikation und Bildung sind die entscheidenden Schlüssel, um Arbeitslosigkeit gar nicht erst entstehen zu lassen“, ist Förderpreis-Initiator Heinrich Deichmann überzeugt.

Besonders stark von Jugendarbeitslosigkeit betroffen sind junge Menschen mit Handicaps. Behinderungen, psychische Probleme, Anpassungsschwierigkeiten oder Sprachdefizite machen oft einen Schulabschluss schwer bis unmöglich. Doch ohne Abschluss bleibt den meisten Jugendlichen auch der Zugang zu einer Ausbildungsstelle und somit der Einstieg in den Arbeitsmarkt verwehrt. Sie gelten oft als nicht ausbildungsfähig. Und doch gibt es sie – Unternehmen, die nicht nur auf die Noten schauen und auch benachteiligten Jugendlichen eine Chance geben. „Genau diese Betriebe und Initiativen suchen wir“, so Heinrich Deichmann. Im Rahmen des Deichmann -Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit soll dieses Engagement gewürdigt und in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.

Im Idealfall beginnt die Vorbereitung auf die Berufswelt mit speziellen Angeboten bereits in der Schule. Davon profitieren besonders gehandicapte Schüler. Daher können sich seit mittlerweile drei Jahren auch Schulen um den Förderpreis bewerben.

Im Finale des Förderpreises 2010 setzte sich in der Kategorie „Berufliche Förderung durch Unternehmen, Vereine und öffentliche Initiativen“ die Großbäckerei Härdtner aus dem baden-württembergischen Neckarsulm durch. Allerdings zählt bei der Auswahl der Bewerber nicht die Betriebsgröße, sondern die Art des Engagements. Im Jahr 2010 wurden daher auch eine studentische Initiative die Schülerpatenschaften vermittelt sowie ein Handwerksmeister ausgezeichnet, der zwei benachteiligte Jugendliche zu Glasbaugesellen ausbildet.

Die berufliche Förderung sollte bereits in der Schule beginnen. „Der Grundstein für eine Berufsperspektive wird bereits in der Unterstufe gelegt“, betont Unternehmer Heinrich Deichmann. In der Kategorie Schulische Präventivmaßnahmen belegte 2010 eine Bremer Schule den ersten Platz beim Deichmann-Förderpreis. Je nach Jahrgangsstufe werden hier unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt von der Einschätzung von Kompetenzen in den niedrigen Klassen bis hinauf zur konkreten Berufsplanung in den Klassen 9 und 10.

Interessierte Unternehmen, Vereine, öffentliche Initiativen und Schulen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, benachteiligten Jugendlichen die Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, können sich unter www.deichmann-foerderpreis.de bis zum 30. Juni 2011 bewerben. Außerdem können die Bewerbungsunterlagen beim Wettbewerbsbüro unter der Telefonnummer 0180 / 5010759 (14 ct/Min.) angefordert werden. Der Deichmann -Förderpreis ist insgesamt mit 100.000 Euro dotiert. In die engere Auswahl kommen besonders Projekte, die sich nicht nur durch öffentliche Mittel finanzieren.

(Redaktion)