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Wirtschaft | Do, 18.08.2011 14:35

Frauen verdienen in Baden-Württemberg auch bei gleicher Qualifikation weniger

Das Einkommen ist ein wichtiger Indikator zur Messung der beruflichen Integration von Frauen. Der Vergleich der monatlichen Nettoeinkommen von vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen zeigt, dass Frauen selbst bei gleichen beruflichen Ausbildungsabschlüssen durchweg ein niedrigeres Nettoeinkommen haben als Männer.


So hatten nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg im Jahr 2010 nur gut 32 Prozent der vollzeitbeschäftigten Akademikerinnen, aber rund 65 Prozent ihrer männlichen Kollegen ein Nettoeinkommen von 2.600 Euro und mehr. Von den Frauen mit einer Meister-/ Technikerausbildung erreichten gut 12 Prozent der Frauen ein Nettoeinkommen von 2.600 Euro und mehr. Bei den männlichen Kollegen waren es mehr als 40 Prozent.

Umgekehrt musste fast jede zehnte vollzeitbeschäftigte Frau mit abgeschlossener Lehre mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 900 Euro auskommen – eine Situation, von der nur gut 3 Prozent ihrer männlichen Kollegen betroffen sind. Sogar von den Erwerbstätigen, die keine Berufsausbildung haben, verdienen Männer mehr als Frauen: So befanden sich mit gut 40 Prozent deutlich weniger männliche als weibliche (knapp 54 Prozent) Vollzeitbeschäftigte ohne berufliche Ausbildung in der Einkommensklasse von unter 900 Euro.

Die Ursachen für die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen dürfte unter anderem auf familiär bedingte Ausfallzeiten zurückzuführen sein. Diese können dazu führen, dass Frauen im Durchschnitt weniger Berufsjahre vorzuweisen haben als männliche Kollegen und damit auch weniger verdienen. Auch die noch immer weit verbreitete geschlechtsspezifische Berufswahl führt, bei formal gleicher beruflicher Qualifikation, zu Einkommensunterschieden. So sind viele „typisch weibliche“ Berufe oftmals schlechter bezahlt als so genannte „Männerberufe“. Darüber hinaus gibt es auch branchenspezifische Einkommensunterschiede, wobei Frauen häufiger als Männer in den weniger gut bezahlten Branchen arbeiten und seltener in Führungspositionen anzutreffen sind.

(Redaktion)