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Marketing & Personal | Di, 16.04.2013 13:30

Frauen werden bessere Führungsqualitäten zugeschrieben

Das Verhalten von weiblichen und männlichen Chefs wird unterschiedlich wahrgenommen. Den in deutschen Chefetagen immer noch unterrepräsentierten Frauen werden bessere Führungsqualitäten zugetraut als Männern. Das zeigt eine aktuelle Studie des Lehrstuhls für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Leipzig.


Positive Führung werde zwar mit Männern und Frauen gleichermaßen in Verbindung gebracht. Negatives Führungsverhalten hätten die Probanden hingegen eher Männern zugetraut. Ein interessantes Detail: Das Geschlecht der Befragten spielte eine Rolle bei den Einschätzungen. Besonders Frauen schrieben positive Führung eher ihrem eigenen Geschlecht zu. Männer dagegen waren wesentlich zurückhaltender mit geschlechtsbezogenen Zuschreibungen.

Gängige Stereotype über Männer und Frauen könnten eine Erklärung für diese Befunde liefern. Positive Führung verstanden die Befragten als förderndes, unterstützendes, faires und sinnstiftendes Verhalten. Negative Führung hingegen wurde mit aggressiven und feindseligen Verhaltensweisen beschrieben. „Das Rollenbild der Frau ist eher fürsorglich, unterstützend und sozialer. Das spielt Frauen in Führungspositionen in die Hände“, sagt Dozentin Christiane Stempel, die mit ihrer Kollegin Sabine Korek die Studie federführend betreut hat. Beide Psychologinnen arbeiten am Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie.

Die Verhaltensweisen schlechter Führung wie Aggressivität und Vorteilsnahme passten andererseits besser zum männlichen Stereotyp, was die gefundenen Zuschreibungen erklärt. Dass Frauen ihre Geschlechtsgenossinnen bei der Bewertung von Führungsverhalten mehr bevorzugen als Männer die Ihren, findet sich bereits in früherer Forschung. Ein Grund könnte Solidarität unter Frauen in einer vorrangig von Männern geprägten Führungswelt sein. „Männer dagegen empfinden ihre Geschlechtsgenossen eventuell sogar als die größere Konkurrenz“, erklärt Stempel. Allerdings seien weitere Forschungen auf dem Gebiet nötig, um entsprechende Mechanismen zu klären.

(Redaktion)