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KMU & Freiberufler | Do, 03.09.2015 14:58

Freelancer oder Festangestellter?

Nach einer fundierten Ausbildung oder einem Studium stellen sich viele Fachkräfte die Frage, ob es nicht Sinn macht, nun der eigene Chef zu sein. Auch für diejenigen, die sehr lange in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet haben, scheint ein Job auf freiberuflicher Basis erstrebenswert. Doch ist dem wirklich so? Auf dem Markt gibt es zahlreiche Anbieter für Personalvermittlung in Düsseldorf, Stuttgart, Berlin und weiteren Metropolen. Die Experten vor Ort beraten noch Unentschlossene und bieten zahlreiche spannende Projekte, die möglicherweise den weiteren Berufsweg prägen könnten.


Ohne Pause im Dauereinsatz

Geregelte, zumutbare Arbeitszeiten, eine ausgeglichene Work-Life-Balance, ausreichendes und faires Gehalt – das wünschen sich Arbeitnehmer, egal ob freiberuflich oder als fester Angestellter. Doch es gibt bei beiden Arbeitsverhältnissen natürlich Licht- und Schattenseiten. Ein gern genommenes (Vor-)Urteil: Freelancer arbeiten unermüdlich, denn je mehr sie für ihren Job machen, desto sicherer ist auch das Gehalt. Eine klare Antwort darauf zu finden ist nicht leicht, denn es kommt hierbei auf die Branche, den Wettbewerbsdruck sowie die eigene Persönlichkeit und das Lebensumfeld an. Hat man Familie und ist als IT-Spezialist selbstständig, ist langes Arbeiten nahezu ein Muss, denn die Konkurrenz ist groß und man trägt eine hohe Verantwortung für Kinder sowie den Partner. Eine Alternative stellen hier die verschiedenen auf Personalvermittlung spezialisierten Firmen dar. Sie bilden das Mittelding zwischen Festangestellten und Freelancern.  Jedoch sind genau diese frei einteilbaren Arbeitszeiten der Freelancer ein enormer Vorteil gegenüber Festangestellten: Man ist nicht an starre Stundenmuster gebunden – sofern keine dringenden Aufgaben warten – und kann bei Bedarf auch spätabends arbeiten und somit lieber warme Sommertage am See verbringen. Auch bei der Planung seines Urlaubs ist ein Freelancer ungebunden, vorausgesetzt, ein Projekt ist abgeschlossen und man hat ein ausreichend großes, finanzielles Polster hinterlegt.

Für alles gesorgt

Ein Angestellter beginnt seinen Arbeitstag zu einer bestimmten Uhrzeit zumeist im Büro oder in Ausnahmefällen im Homeoffice. Die Sozialleistungen werden direkt ohne sein Tun abgeführt, so ist er in diesem Punkt immer auf der sicheren Seite. Beide Punkte kann der Freelancer nicht behaupten, denn er muss sich seinen PC, die passende Software und sonstiges Zubehör zunächst selbst kaufen und das Geld vorstrecken (in der Steuererklärung können diese Ausgaben geltend gemacht werden) und sich auch sonst in alleiniger Verantwortung um Versicherungen und Sonderleistungen kümmern.

In Bezug auf das Stichwort „sicherer Arbeitsplatz“ gehen die Meinungen auseinander: Festangestellte haben durch einen Vertrag und rechtliche Klauseln theoretisch gesehen einen Vorteil. Das heißt aber nicht, dass in unsteten Wirtschaftszeiten und Krisen am Arbeitsmarkt jede Stelle auf Lebenszeit unerschütterlich ist. Freelancer müssen selbst für genügend Arbeitsnachschub sorgen – das kann auf Dauer besonders anstrengend sein und Durststrecken sind dabei keine Seltenheit. Der Festangestellte erhält sein Gehalt auch im Krankheitsfall oder bei einem eher geringen Arbeitsaufkommen.

Wer hat das Sagen?

Ein Freiberufler entscheidet für sich, wann er was arbeitet und in welchem Umfang. Das kann der Angestellte, der einem Chef untersteht, nicht. Nicht immer ist dieses Verhältnis von freundschaftlicher Natur, trotzdem müssen Anweisungen ausgeführt werden. Auch kritischen Stimmen muss man sich hierbei stellen. Dennoch ist die soziale Komponente eines festen Arbeitsplatzes nicht zu unterschätzen: Im Büro trifft man Verbündete, Kollegen, die mit der Zeit zu wahren Freunden werden können. Ein Freelancer hat diese Möglichkeit des Meinungsaustausches höchstens in einer Community im Netz und höchst selten täglich von Angesicht zu Angesicht.

Beide Arbeitsmöglichkeiten bieten ihre Vor- und Nachteile. Immer wichtig sind die persönliche Haltung zu einem Job sowie das familiäre Umfeld. Auch der Charakter entscheidet, ob man der Aufgabe, der eigene Chef sein zu wollen, gewachsen ist.

(Redaktion)