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KMU & Freiberufler | Mi, 09.01.2013 09:18

Freiberufler und fest angestellte Wissensarbeiter agieren unterschiedlich

Mehr als die Hälfte der fest angestellten Wissensarbeiter beschäftigt sich mit Routinetätigkeiten. Dagegen geben nur 34 Prozent der Freiberufler an, dies tun zu müssen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld". Diese wurde von der Personaldienstleistung Hays AG in Zusammenarbeit mit PAC und der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement erstellt. Befragt wurden sowohl 300 fest angestellte Wissensarbeiter als auch 272 Freiberufler nach ihrem Selbstverständnis und ihrem Arbeitsumfeld.


Allerdings ist der Freiraum der externen Wissensarbeiter wesentlich geringer: 62 Prozent der Festangestellten bestimmen laut eigenen Aussagen selbst, wo und wann sie arbeiten. Bei Freiberuflern liegt dieser Anteil nur bei 42 Prozent. Da Freiberufler meist über Stundenhonorare bezahlt werden, scheint das Kontrollbedürfnis der Unternehmen hier stärker ausgeprägt zu sein. Ohnehin scheint Selbstbestimmung ein sensibler Punkt für Freiberufler zu sein. 56 Prozent betonen, sie sei sehr wichtig für ihre Entscheidung gewesen, sich selbstständig zu machen. Doch nur 33 Prozent sehen sie als vollständig erfüllt an.

Laut der Studie zeigen Unternehmen keine hohe Bereitschaft, Freiberufler zu integrieren. So ist den Freiberuflern die Vernetzung mit den Kollegen innerhalb der Unternehmen sehr wichtig und eine breite Mehrheit bereit, ihr Fachwissen weiterzugeben. Doch in der Praxis stoßen sie auf Barrieren: Nur 59 Prozent der befragten Freiberufler sehen diesen Austausch als gegeben an, doch 40 Prozent verneinen dies. Trotzdem halten sowohl fest angestellte als auch freiberufliche Mitarbeiter die Zusammenarbeit in Mixed Teams für produktivitätsfördernd.

Die positiven Aspekte von Mixed Teams sind jedoch nicht zum Nulltarif zu haben: Fast die Hälfte der Freiberufler erachtet einen hohen Einarbeitungs- und Kommunikationsaufwand als notwendig. Hierzu halten 89 Prozent der Freiberufler die Einbindung in die Kommunikationsstruktur ihrer Kunden als sehr wichtig bzw. wichtig. Doch die Realität ist eher ernüchternd: Nur 26 Prozent der Freiberufler werden laut eigenen Angaben heute vollständig in die Kommunikationsinfrastruktur eingebunden.

Fest angestellte und freiberufliche Wissensarbeiter bewerten ihre Leistung, die sie für Unternehmen erbringen, zudem unterschiedlich: Die breite Mehrheit der Festangestellten (71 Prozent) meint, Wissen sei eine wichtige strategische Ressource und werde als solche angesehen. Dies bejahen nur 42 Prozent der befragten Freiberufler. Zwei Drittel der befragten Freiberufler attestiert Wissensarbeitern zudem keine herausgehobene Stellung in Organisationen. Freiberufler scheinen mit ihrem Blick von außen folglich kritischer zu sein.

(Redaktion)