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Wirtschaft | Do, 13.11.2014 11:34

FuE-intensive Industrie treibende Kraft des Wirtschaftswachstums

Die Forschungs- und Entwicklungs (FuE)-intensiven Industriebranchen sind die treibende Kraft des Wirtschaftswachstums. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes nahm die Bruttowertschöpfung in diesen Branchen in Baden-Württemberg 2013 gegenüber 1995 preisbereinigt mit fast 76 Prozent mehr als doppelt so stark zu wie das Bruttoinlandsprodukt (gut 32 Prozent). Demgegenüber konnten die nicht-FuE-intensiven Industriebranchen nur ein Plus von rund elf Prozent verbuchen.


Forschungsintensive Industriebranchen zeichnen sich dadurch aus, dass ein überdurchschnittlich großer Teil des Umsatzes in FuE investiert wird. Hierzu zählen zum Beispiel die Branchen »Herstellung von chemischen Erzeugnissen«, »Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen« sowie der »Maschinenbau« und die »Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen«. Diese Branchen sind hierzulande zudem sehr exportorientiert. Im Jahr 2013 haben sie im Durchschnitt fast zwei Drittel ihres Gesamtumsatzes im Ausland erwirtschaftet.

Den stärksten Beschäftigtenzuwachs verzeichneten die wissensintensiven Dienstleistungen - wie Luftfahrt, Telekommunikation, Informationsdienstleistungen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Unternehmensdienstleistungen, Erziehung und Unterricht, Gesundheitswesen -, in denen überdurchschnittlich viele Hochschulabsolventen beschäftigt sind. So stieg die Anzahl der Erwerbstätigen in diesen Wirtschaftszweigen in Baden-Württemberg 2013 gegenüber 1995 um fast 33 Prozent. Aber auch die nicht-wissensintensiven Dienstleistungen (zum Beispiel Handel, Gastgewerbe, Grundstücks- und Wohnungswesen) konnten mit einem Plus von rund 24 Prozent die Zunahme der gesamten Erwerbstätigenzahl (15 Prozent) im Land noch deutlich übertreffen.

In den FuE-intensiven Industriebranchen Baden-Württembergs ist die Zahl der Erwerbstätigen 2013 gegenüber 1995 um nahezu neun Prozent gestiegen, so dass sich in Verbindung mit der enormen Wertschöpfungszunahme (76 Prozent) die Arbeitsproduktivität, also die je Erwerbstätigen erbrachte reale Wirtschaftsleistung, um gut 61 Prozent erhöht hat. Mit einem Plus von rund 50 Prozent blieb der Anstieg der Lohnkosten, gemessen als das Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer, deutlich hinter der Produktivitätsentwicklung zurück. Dadurch sind hier die Lohnstückkosten, bei denen die Lohnkosten zur Arbeitsproduktivität in Beziehung gesetzt werden, entgegen dem gesamtwirtschaftlichen Trend um fast sieben Prozent gesunken. Somit haben die forschungsintensiven Industriebranchen ihre Wettbewerbsposition nicht nur mit ihren weltweit gefragten High-Tech-Produkten, sondern auch durch ein günstigeres Kostenprofil gestärkt.

(Redaktion)