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Marketing & Personal | Fr, 05.08.2011 11:40

Führung: Warum Durchsetzen manchmal schadet

Von: Claus von Kutzschenbach

Schön, wenn Mitarbeiter alle gleichermaßen intelligent, fähig, gutgelaunt und hoch motiviert bis begeistert der Führungskraft folgen. Doch das widerfährt Führungskräften eher selten. Also ist Durchsetzungsfähigkeit mit der Führungsaufgabe untrennbar verbunden. Doch oft ist es klüger, die Durchsetzungskeule nicht zu ziehen. Drei Beispiele:


Zu spät kommen: Eine Mitarbeiterin kommt oft zu spät zur Team-Besprechung. Chef vermutet eine Provokation. Die Mitarbeiterin entschuldigt sich damit, dass sie ihr Kind noch zum Kindergarten bringen muss, der an diesem Tag später öffnet. Chef fühlt seine Autorität untergraben und fordert zornig absolute Pünktlichkeit, egal wie. Und jetzt? – Wie leicht wäre es gewesen, die Besprechung anders zu terminieren. So aber schafft sich der Chef breite Gegenwehr. Denn die Mitarbeiterin wird das weiter erzählen und Empörung bei den Kolleginnen auslösen.

Auftrags-Verweigerung: Ein Mitarbeiter will oder kann einen Auftrag nicht ausführen: Das fällt nicht in sein Fachgebiet, zudem hat er noch andere Aufgaben. Und jetzt? – Der kluge Chef fragt den Mitarbeiter nach seinen Lösungsvorschlägen. Manchmal kommen da gute Lösungen. Wenn da aber nichts kommt außer blanker Verweigerung, dann darf der Chef ruhig mal laut nachdenken: „also dann muss den Job ein anderer machen. Und ich werde mir sehr genau ansehen, was Sie tatsächlich tun. Das wär’s für erste“.

Projekt-Blockade: Sie sehen als Chef eine einmalige Chance für ein Projekt, aber Ihr Teamleiter blockiert. Er führt Argumente an, die Sie nicht wirklich überzeugen. Was tun: Den Teamleiter austauschen? – Wenn Sie mehrfach und ohne überzeugende Begründung solche Blockaden bei diesem Teamleiter erleben, müssen Sie ihn austauschen. Bei einem Erst- oder Einzelfall jedoch ist es klüger, zunächst einmal nachzugeben: Eine vermeintliche Chance verwandelt sich schnell zum Flop, wenn sie von den Mitarbeitern nicht richtig oder nur halbherzig bedient wird.

Durchsetzungs-Tipp für Meetings: Mehr Durchsetzungsvermögen gewinnen Sie durch richtiges Sitzen. Richtig sitzen: Mit dem Gesäß die ganze Stuhlfläche belegen, Fußsohlen flach auf den Boden und die Unterschenkel leicht angewinkelt unter die Stuhlkante. So wirken Sie nicht nur aktiv – so sind Sie es auch. Ausprobieren und testen. Wie und wo?  – naja, in Sitzungen ...

Zum Autor: Claus von Kutzschenbach ist Managementberater und -Trainer in Wiesbaden und Autor des Buchs „Frauen – Männer – Management“ (Rosenberger Fachverlag, 3. Auflage jetzt erschienen). 2010 wurde er Präsident des BDVT e.V. – Der Berufsverband für Trainer, Berater und Coaches. Mehr Informationen zum Autor und kostenfreie „Tipps aus der Managementpraxis“ sind unter www.cvk-consulting.de abrufbar.